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Debatte um Gefährlichkeit der neuen Linken

15. Jun 2007 17:34
Sollen die neue Partei Die Linke führen: Oskar Lafontaine (li.) und Lothar Bisky
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Die Fusion von Linkspartei und WASG zur neuen Partei Die Linke ist juristisch vollzogen, die politische Debatte darüber steht noch am Anfang. FDP und CSU sorgen sich um den Einfluss der Gruppierung.

Spitzenpolitiker von FDP und CSU haben die Neugründung der Partei Die Linke zum Anlass genommen, um deren möglichen Einfluss auf das politische Leben in Deutschland auszuloten. So warnte der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle in seiner Rede zur Eröffnung des Bundesparteitages der Liberalen in Stuttgart vor möglichen extremistischen Bestrebungen der neuen Partei aus Linkspartei/PDS und Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG).

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Liberale könnten keinen Fortschritt darin erkennen, «wenn Kommunisten und Sozialisten wieder aus ihrer Versenkung auftauchen», sagte Westerwelle. Es sei Deutschland noch nie bekommen, wenn es von den Rändern aus beeinflusst werde. «Ob Linksaußen oder Rechtsaußen, beides ist gleichermaßen verheerend für unser Land.»

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) nannte Bedingungen für einen Verzicht auf die Beobachtung der neuen Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz. Die Partei müsse sich glaubwürdig und dauerhaft zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen, sagte Beckstein der Oldenburger «Nordwest-Zeitung». Außerdem müssten die «alten PDS-Funktionäre um Hans Modrow ihren Einfluss verlieren, dann aber auch nur dann wäre die Beobachtung einzustellen».

Für eine weitere Beobachtung reiche es, «wenn es eine extremistische Minderheit in der Partei gibt». Dass die neue Linkspartei von ihrer Mitgliederzahl her die viertstärkste politische Kraft in Deutschland sein wird, hat laut Beckstein keinen Einfluss darauf, ob sie überwacht wird. «Der Verfassungsschutz arbeitet auf gesetzlicher Grundlage. Und das Gesetz sagt nicht, dass nur kleine extremistische Parteien zu beobachten sind.»

Zuvor war der Zusammenschluss von Linkspartei/PDS und WASG zur neuen Partei Die Linke juristisch vollzogen worden. Wie der Fusionsbeauftragte der Linkspartei, Bodo Ramelow, mitteilte, wurde Die Linke beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ins Vereinsregister eingetragen.

«Ein paar alte Socken»

Der Gründungsparteitag findet am Samstag in Berlin statt. Dann soll auch der neue Vorstand gebildet werden. Die Linkspartei bestimmte ihren Vorsitzenden Lothar Bisky auf einem Kongress zu einem der beiden Kandidaten für die künftige Doppelspitze. Neben ihm soll der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine von der WASG der Partei vorsitzen.

Für die Grünen kritisierte deren Erster Parlamentarischer Geschäftsführer, Volker Beck, das Führungspersonal der neuen Partei. «Für emanzipatorische Politik hat die neue Linkspartei die Ausstrahlung von ein paar alten Socken», sagte Beck. Durch sie werde nur ein «sehr traditionelles, mechanistisches Profil linker Politik» repräsentiert. Die Parteiführung komme ihm vor «wie eine Erscheinung aus einer fernen Zeit», sagte Beck. «Als hätte es die Frauenbewegung und feministische Diskussionen nicht gegeben. Mann fasst es nicht.» Moderne linke Politik gehe anders. (dpa/AP)

 
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