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Gysi nennt SPD-Verweigerung lächerlich

15. Jun 2007 10:31, ergänzt 11:05
Die neue Linke findet zusammen
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Linkspartei und WASG haben die Vorbereitungen auf das Fusions-Finale begonnen. Auf getrennten Parteitagen nominieren sie die Kandidaten für die Spitze der künftigen Partei Die Linke.

Vor der Fusion von Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) und Linkspartei haben Vertreter beider Parteien das Ziel bekräftigt, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Wenn beide Parteien bei Wahlen gemeinsam angetreten seien wie in Sachsen-Anhalt oder Bremen, dann hätten sie große Erfolge erzielt, sagte der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, im Deutschlandfunk.

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Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, geht fest davon aus, dass die sich am Wochenende konstituierende Partei bei den Wahlen 2008 in den niedersächsischen Landtag einziehen wird. Die Aussichten für Niedersachsen, Hessen und Hamburg, wo im kommenden Jahr Landtagswahlen stattfinden, seien gut, sagte das WASG-Mitglied der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Auch in Bayern mache sich die CSU mittlerweile Sorgen, dass die Linke die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werde.

Im Westen angekommen

Gregor Gysi, mit Lafontaine Co-Vorsitzender der Linken- Bundestagsfraktion, sieht mit der Fusion die ehemalige PDS endgültig auch im Westen angekommen. «Ohne Oskar Lafontaine und die WASG hätten wir das niemals geschafft», sagte Gysi der «Frankfurter Rundschau». «Jetzt sind wir dabei.»

Die Verweigerungshaltung der SPD gegenüber seiner Partei hält Gysi für lächerlich. «Ich finde es drollig wenn [SPD-Chef; d. Red.] Kurt Beck nach jeder Wahl sagt: Mit denen nie. So etwas sagt man doch nur, wenn man Angst hat, erwischt zu werden. Ich selber werde noch erleben, dass es anders kommt.» Eine Zusammenarbeit mit der SPD ist für Gysi daher nur eine Frage der Zeit. «Die SPD ist zurzeit nicht sozialdemokratisch. Das muss sie wieder werden, dann ist eine Zusammenarbeit möglich», sagte er im ARD-«Morgenmagazin».

Letzte Parteitage vor Fusion

In Berlin wollten am Freitag die Delegierten von Linkspartei und WASG zu ihren letzten Parteitagen vor der Fusion zusammen. Am Samstag tagen dann beide Gruppen erstmals zusammen, gründen Die Linke und wählen die Führungsgremien. Für die Doppelspitze kandidieren Linksparteichef Lothar Bisky und der Fraktionsvorsitzende Lafontaine von der WASG.

Bei vielen Sozialdemokraten stößt die neue Partei ihres ehemaligen Vorsitzenden Lafontaine weiterhin auf massive Vorbehalte. Erhard Eppler, seit Jahrzehnten einer der Vordenker der Partei, schließt eine Aussöhnung der SPD mit Lafontaine sogar kategorisch aus. «Mit dem Oskar geht das alles nicht», sagte Eppler der «Saarbrücker Zeitung». Lafontaine habe sich «menschlich so miserabel benommen, da gibt es keine Möglichkeit der Versöhnung mehr».

Die Mehrheit der Deutschen sieht in der neuen Linken indessen keine Gefahr für die SPD. Laut ARD-Deutschlandtrend vom Freitag glauben 64 Prozent der Bürger nicht, dass die SPD in ihrer Position als Volkspartei durch den Zusammenschluss von Linkspartei und WASG gefährdet ist. Für eine ernsthafte Bedrohung der SPD halten 31 Prozent der Befragten die neue Partei. (nz/dpa/AP)

 
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