In Berlin wollten am Freitag die Delegierten von Linkspartei und WASG zu ihren letzten Parteitagen vor der Fusion zusammen. Am Samstag tagen dann beide Gruppen erstmals zusammen, gründen Die Linke und wählen die Führungsgremien. Für die Doppelspitze kandidieren Linksparteichef Lothar Bisky und der Fraktionsvorsitzende Lafontaine von der WASG. Bei vielen Sozialdemokraten stößt die neue Partei ihres ehemaligen Vorsitzenden Lafontaine weiterhin auf massive Vorbehalte. Erhard Eppler, seit Jahrzehnten einer der Vordenker der Partei, schließt eine Aussöhnung der SPD mit Lafontaine sogar kategorisch aus. «Mit dem Oskar geht das alles nicht», sagte Eppler der «Saarbrücker Zeitung». Lafontaine habe sich «menschlich so miserabel benommen, da gibt es keine Möglichkeit der Versöhnung mehr».
Die Mehrheit der Deutschen sieht in der neuen Linken indessen keine Gefahr für die SPD. Laut ARD-Deutschlandtrend vom Freitag glauben 64 Prozent der Bürger nicht, dass die SPD in ihrer Position als Volkspartei durch den Zusammenschluss von Linkspartei und WASG gefährdet ist. Für eine ernsthafte Bedrohung der SPD halten 31 Prozent der Befragten die neue Partei. (nz/dpa/AP)