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Kurnaz will Ermittlungen gegen KSK erzwingen

12. Jun 2007 17:46
Murat Kurnaz wird von Bernhard Docke vertreten
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Die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart muss entscheiden, ob gegen zwei Mitglieder der Eliteeinheit KSK im Fall Kurnaz weiter ermittelt wird. Eine entsprechende Forderung hatte Kurnaz' Anwalt erhoben.

Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz will eine Fortsetzung des Ermittlungsverfahrens gegen zwei Elitesoldaten der Bundeswehr erzwingen. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hatte vor zwei Wochen die Ermittlungen gegen die Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) wegen des Verdachts der Körperverletzung beendet.

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Anwalt Bernhard Docke habe dagegen Beschwerde eingelegt, teilte Oberstaatsanwalt Walter Vollmer von der Staatsanwaltschaft Tübingen mit. Der Anwalt habe die Beschwerde noch nicht begründet. Über sie müsse nun die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart entscheiden.

Zwei Mitgliedern der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) war vorgeworfen worden, Kurnaz in Afghanistan in einem Lager der US-Streitkräfte Anfang 2002 misshandelt zu haben. Die Ermittlungen waren Ende Mai eingestellt worden. «Trotz verbleibenden Verdachts lässt sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ein Nachweis nicht führen», hieß es zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung im Amt.

Vorwürfe zurückgewiesen

KSK-Mitglieder hatten zur damaligen Zeit in dem US-Lager Wachdienst geleistet. Kurnaz hatte einen Soldaten auf einem Foto erkannt. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Mann eingeleitet sowie gegen den mit ihm zur fraglichen Zeit Wache haltenden Kollegen. Die Elitesoldaten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Kurnaz war im Dezember 2001 bei einer Buskontrolle in Pakistan festgenommen und nach Angaben seines Anwalts zunächst nach Afghanistan gebracht worden. Später wurde er unter Terrorverdacht in das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba eingeliefert. Erst nach einer Intervention von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington kam der heute 25-Jährige am 24. August 2006 zu seiner Familie nach Deutschland zurück. In ersten Interviews hatte er erklärt, es sei ihm während seiner Gefangenschaft im Januar 2002 im afghanischen Kandahar von einem KSK-Soldaten im Beisein eines weiteren Soldaten der Kopf auf den Boden geschlagen worden. (AP)

 
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