netzeitung.deHubschrauber verhindern Greenpeace-Luftaktion

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So nett begrüßen Anti-G8-Demonstranten die Hubschrauber der Polizei (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe So nett begrüßen Anti-G8-Demonstranten die Hubschrauber der Polizei
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Mit Luftwirbeln haben Polizeihubschrauber einen Greenpeace-Heißluftballon zur Landung gezwungen. Protestaktionen gegen den G8-Gipfel verliefen über Nacht friedlich. Bilderschau: G8-Konzert: "Deine Stimme gegen die Armut" Kanzlerinnen-Gatte Sauer ist der Hahn im Korb Hatz vor der Küste - Greenpeace dringt in Sperrzone ein Kusshand, Clowns und Wasserwerfer Demonstranten erobern die verbotene Zone Heiligendamm hinter Stahldraht und Beton

Aktivisten von Greenpeace sind bei dem Versuch gescheitert, in einem Heißluftballon in den weiträumig abgesperrten Luftraum über dem G8-Tagungsort Heiligendamm einzudringen. Kurze Zeit, nachdem das Fluggerät bei Rostock gestartet war, zwangen Polizeihubschrauber den Ballon bei Lichtenhagen zur Landung: Die Helikopter näherten sich und verursachten Luftwirbel, die das Fluggerät zu Boden drückten, sagte eine Sprecherin.

Greenpeace wollte damit an die spektakuläre Aktion vom Vortag anschließen, als elf Schlauchboote der Organisation in die Sperrzone auf der Ostsee vor Heiligendamm vorgedrungen waren. Diesmal prangte ein Schriftzug auf dem weißen Ballon: «G8 – act now» («G8 – jetzt handelt») – der quer mit dem Wort «failed» (gescheitert«) überschrieben war. Greenpeace gehört zu den heftigsten Kritikern des am Donnerstag erzielten Kompromisses zum Klimaschutz.

Rund um das abgesperrte Tagungsgelände für die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands harrten in der Nacht nach Polizeiangaben nur noch etwa 750 Gipfelgegner aus. Die Führung der verantwortlichen Polizeieinheit «Kavala» hatte eine ruhige Nacht erwartet – es gebe «keine Hinweise darauf, dass irgendwelche Aktionen geplant sind», sagte eine Sprecherin. Dazu hatte auch ein Konzert mit Stars der globalisierungskritischen Szene in Rostock beigetragen, das Zehntausende besuchten.

Nach Polizeiangaben waren bis kurz vor Mitternacht nunmehr insgesamt 298 Menschen in Gewahrsam. 33 Demonstranten wurden noch festgenommen. Im Laufe des Donnerstags hatten Gegner des G8-Gipfels wieder Zufahrten zu dem Ostseebadeort blockiert. Die Polizei hatte erneut Wasserwerfer eingesetzt. Vereinzelt flogen zwar Flaschen, über weite Strecken glichen die G8-Proteste aber bei schönem Frühsommerwetter einem bunten Fest.

Keine Brachialgewalt
Die Polizei hatte zwar am zweiten Gipfeltag mit zahlreichen, auch militanten Aktionen von Globalisierungskritikern gerechnet. Es ging aber weitgehend friedlich zu, und die Beamten hielten sich zurück: «Wir machen Straßen nur dann frei, wenn wir sie für uns, andere Transporte oder als Rettungswege brauchen.» Eigentlich dürften Demonstranten nicht einmal in Sichtweite des Sicherheitszauns kommen. «Wir setzten das Demonstrationsverbot ja nicht mit Brachialgewalt durch, solange es ruhig bleibt», sagte eine Beamtin der G8-Polizeieinheit «Kavala». (nz/dpa)