Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Die Koalition streitet über die beste Ostpolitik

07. Jun 2007 14:00
Aufbau-Ost-Proteste (Archivbild)
Bild vergrößern
Den Vorwurf aus der CDU, sie würden den Osten systematisch aufgeben, lassen die Sozialdemokraten nicht auf sich sitzen. Fraktionsvize Hübner zeigt, was der SPD der Osten wert ist.

In der Großen Koalition ist ein Streit darüber entbrannt, wer die bessere Politik für die ostdeutschen Bundesländer macht. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla nimmt für seine Partei in Anspruch, die Interessen der Menschen in den neuen Bundesländern schon deshalb verstärkt im Blick zu haben, weil die Christdemokraten sowohl im Osten als auch im Westen strukturell am stärksten seien.

Mehr in der Netzeitung:
Die SPD vernachlässige dagegen die neuen Länder, sagte Pofalla der «Mitteldeutschen Zeitung»: «Landesvorsitzende und Spitzenkandidaten der SPD stellen den Solidarpakt II in Frage, ohne dass die Parteiführung dagegen spürbar vorgeht.» Er wundere sich «bei der SPD darüber, wie systematisch sie die neuen Bundesländer vernachlässigt». Die Mittel bis 2019 seien notwendig, um die neuen Länder in eine vergleichbare wirtschaftliche Lage zu bringen.

Die nordrhein- westfälische SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft und der Hamburger SPD- Spitzenkandidat Michael Naumann hatten den Solidarpakt II in Frage gestellt. Kraft hatte vorgeschlagen, die Gelder auch für die alten Länder zu verwenden.

Ronald Pofalla
Bild vergrößern
Die SPD reagierte gereizt auf die Behauptungen Pofallas. «Die Kritik geht vollkommen ins Leere», sagte der für den Aufbau Ost zuständige stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Buhndestag, Klaas Hübner, im Gespräch mit Netzeitung.de. «Da wir - anders als die Union - inhaltlich-konzeptionelle Politik für die neuen Bundesländer entworfen haben, sind wir nicht darauf angewiesen, durch Quotenbesetzungen in Parteipräsidien den ostdeutschen Interessen das nötige Gewicht zu verleihen.»

Die Fördermittel für den Aufbau Ost stünden nicht in Frage, stellte Hübner klar. «Die SPD steht zum Solidarpakt II, den sie ja selber unter [dem damaligen Bundeskanzler; d. Red.] Gerhard Schröder initiiert hat.» Im Übrigen sei es vielmehr so, dass es die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg, Edmund Stoiber (CSU) und Günther Oettinger (CDU), seien, «die beim Länderfinanzausgleich neue Regelungen fordern, die zu Gunsten der reichen Länder ausfallen und sich mithin ganz eindeutig gegen die Neuen Länder richten». Das werde noch Thema sein in der Föderalismuskommission, kündigte Hübner an: «Wir werden die Anwälte der finanzschwachen Bundesländer sein.»

Klaas Hübner
Bild vergrößern
Der SPD-Politiker verteidigte zugleich die Straffung der Parteispitze durch den Bundesvorsitzenden Kurt Beck, in deren Folge kein ostdeutscher Politiker mehr im offiziellen Führungszirkel der Sozialdemokraten vertreten ist. Hübner verwies auf das Forum Ost seiner Partei: «Etwas vergleichbares hat die CDU nicht aufzubieten.» Das Gremium habe eine Analyse erarbeitet, die aufzeige, was in Ostdeutschland passiere, wenn die Politik nicht eingreife. «Die Konsequenz daraus ist, dass die Sozialdemokraten dort, sie Verantwortung tragen, sehr vorbildlich die Haushalte konsolidieren.»

Er lobte zugleich die Philosophie des für den Aufbau Ost zuständigen Bundesministers Wolfgang Tiefensee (SPD), Fördermittel für Ostdeutschland auf Wachstumsregionen zu konzentrieren. Diese Praxis sei zunächst von Unions-Politikern blockiert worden. Mittlerweile seien aber auch CDU und CSU «auf SPD-Kurs eingeschwenkt».

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.