07. Jun 2007 11:31, ergänzt 17:52
Die Polizei hält trotz der Krawalle gegen den G8-Gipfel an ihrer bisherigen Deeskalationsstrategie fest und gibt den Zugang zum Sperrzaun weitgehend frei. Greenpeace überraschte mit einer Aktion.
Mehrere Schlauchboote der Umweltorganisation Greenpeace sind am Donnerstagvormittag in die Sperrzone um den G8- Gipfel in Heiligendamm eingedrungen. Sie wollten den Staats- und Regierungschefs eine Petition mit einem Aufruf zum Klimaschutz überreichen, sagte ein Greenpeace-Sprecher. Als Polizeischiffe die Boote mit zum Teil riskanten Manövern stoppten, wurden nach Angaben der Umweltschützer drei Personen verletzt. Sie seien auf dem Weg ins Krankenhaus. Greenpeace sprach von insgesamt elf Booten, die in die Sperrzone eingefahren seien. Die Polizei konnte zunächst keine detaillierten Angaben machen.
Nach einer etwa zehn Minuten dauernden Verfolgungsjagd wurden die beiden Greenpeace-Boote bei Kühlungsborn abgefangen. Die Polizei fuhr Kollisionskurs und rammte eines der Boote, so dass mehrere Greenpeace-Mitglieder bei hohem Tempo über Bord gingen.Ermittler prüfen nun, inwieweit die Umweltschützer sich strafbar gemacht haben. Bundeskanzlerin Merkel kritisierte die Protestaktion als unseriös. Sie hoffe, dass bei der Aktion nicht zu viel CO2 ausgestoßen wurde mit Blick auf das Ziel der Aktion, die G8-Staaten zu ehrgeizigen Klimasschutz-Zielen zu drängen.