07.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Sitzblockade - trotz Wasserwerfer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach den Krawallen zum Auftakt des G8-Gipfels in Heiligendamm ist es ruhig geblieben. An einigen Kontrollstellen verharrten allerdings Demonstranten in einer Sitzblockade. Bilderschau: Kusshand, Clowns und Wasserwerfer Hatz vor der Küste - Greenpeace dringt in Sperrzone ein Die Burka der Linken Heiligendamm hinter Stahldraht und Beton Demonstranten erobern die verbotene Zone
Mehr als 1000 Gegner des G8-Gipfels haben die ganze Nacht über friedlich gegen das Treffen in Heiligendamm protestiert. Nach Angaben der Polizei hielten sie sich an zwei Orten in der Nähe des Sicherheitszauns auf.
Am Mittwochabend war es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, als die Blockade einer Zufahrtsstraße beendet wurde. Etwa 150 Menschen wurden festgenommen. Ein für den heutigen Donnerstag geplanter Sternmarsch wurde vom Bundesverfassungsgericht wegen der Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende in Rostock untersagt.
Der G8-Gipfel wird am Vormittag offiziell eröffnet. Nach einem informellen Arbeitsessen im Herrenhaus des Barockguts Hohen Luckow beginnt nun die eigentliche Arbeit. Die acht Staats- und Regierungschefs ringen bei den Themen Klima, US-Raketenabwehr und Afrika um eine Einigung.
Bis zum späten Mittwochabend konnten sich die Unterhändler in der besonders hitzigen Klimadebatte nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen, deshalb muss nun Kanzlerin Angela Merkel versuchen, auf höchster Ebene eine Lösung herbeiführen. Sie strebt eine Vereinbarung mit verbindlichen Obergrenzen für den Kohlendioxid- Ausstoß an, um die Erderwärmung bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen, was unter anderem die USA ablehnen.
Die Polizei rechnet zum offiziellen Gipfelauftakt erneut mit Anti- G8- Protesten. Dementiert wurde indessen ein Zeitungsbericht über ein Loch im Unterwassernetz vor Heiligendamm. Ein Polizeisprecher sagte: «An der Netzsperre, die den G8-Tagungsort seeseitig sichert, sind weder größere Löcher entdeckt worden, noch war ein Spannseil auf einer Länge von 15 Metern beschädigt. Ein Sicherheitsdefizit besteht nicht.»
Die «Bild»-Zeitung hatte geschrieben, es seien im 4,5 Kilometer langen Unterwasser-Netz zwei größere Löcher entdeckt worden. (nz/dpa)