06.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Steinewerfender Autonomer bei Krawall-Demo am Wochenende in Rostock
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Amtsgericht Rostock hat weitere Randalierer der Gewalt-Demo vom Samstag zu Haftstrafen verurteilt. Anwälte kritisierten das zügige Verfahren als politisch motiviert.
Nach den schweren Ausschreitungen bei einer Anti-G8-Demonstration in Rostock sind vier weitere Männer zu Haftstrafen bis zu zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Rostock befand sie am Mittwoch in beschleunigten Verfahren für schuldig, Steine auf Polizisten geworfen zu haben. Unter den 20 bis 28 Jahre alten Verurteilten waren ein Deutscher, zwei Spanier und ein Pole.
Letzterer gestand als einziger einen Steinwurf. Er wurde daher nur zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Die anderen Verurteilten erhielten neun Monate Gefängnisstrafe wegen versuchter Körperverletzung beziehungsweise zehn Monate, weil ein Polizist laut Zeugenaussage von einem Stein auch getroffen worden war.
Teilweise kritisierten die Anwälte die Anwendung des beschleunigten Verfahrens mit verkürzter Beweisaufnahme als politisch motiviert. Das Gericht stehe unter dem Druck, dem von Medien geschürten Volkszorn über die Krawalle nachgeben zu müssen. Einzelne Verteidiger kündigten an, in Berufung zu gehen, um ein reguläres Verfahren zu erzwingen.
Bereits am Dienstag war ein 32-jähriger Deutscher zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Außerdem waren noch beschleunigte Verfahren gegen zwei Deutsche, einen Ukrainer und eine Belgierin weiter anhängig. (dpa)