Koalition mahnt G8-Gegner zu Gewaltverzicht
06.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor ein bereits verhängtes Verbot eines Sternmarsches innerhalb der sechs Kilometer breiten Bannmeile um den G8-Tagungsort an der Ostsee bestätigt. Nach Ansicht der Richter ist es angesichts der schweren Krawalle bei der Anti-G8-Demonstration iam Samstag in Rostock zu gefährlich, die Sicherheitszone aufzuheben.
Er rief das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf, jetzt nicht von seinem Gewaltverzicht abrücken. «Es darf jetzt keine Rumeierei geben», sagte er mit Blick auf die jüngsten Ereignisse am Sperrzaun des G8-Tagungsgeländes. «Es besteht die zwingende Pflicht, sich klar von Gewalt abzugrenzen.» Wenn Demonstranten nun in die verbotene Zone vor dem Schutzzaun eindringen, sei das ein «eindeutiger Rechtsbruch».
Trotz des Polizeiaufgebots waren wenige Stunden vor dem Beginn des G8-Gipfels mehrere tausend Demonstranten in den geschützten Bereich um den Tagungsort eingedrungen. In kleinen Gruppen hatten sie Polizeiblockaden umgangen und waren über Felder und durch den Wald gelaufen. Außerdem blockierten sie wichtige Zugangswege nach Heiligendamm, um die Ankunft der G8-Gipfel-Teilnehmer zu verzögern. Die Proteste verliefen zunächst friedlich. Dann aber warfen einzelne Demonstranten Steine auf die Beamten. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein. Attac ging infolge dessen auf Distanz zur Polizei, die Sicherheitskräfte verkündeten den Abschied von der Deeskalationsstrategie.
Nach Meinung von Wiefelspütz hat die Polizei die «Lage voll im Griff». Da mache er sich keine Sorgen, sagte der SPD-Politiker. Zugleich verteidigte er die Polizei gegen Kritik aus den Reihen der Demonstranten. «Deeskalation kann auch heißen, klar und hart zuzugreifen», sagte Wiefelspütz. Die Polizeibeamten hätten die Pflicht einzuschreiten, wenn das Versammlungsverbot umgangen werde.
Für das Web ediert von Dietmar Neuerer

