06. Jun 2007 12:20, ergänzt 12:45
Dass Proteste gegen den G8-Gipfel am Sperrzaun nicht erlaubt sind, schert die Demonstranten nicht. Tausende umgingen die Kontrollen der Polizei und drangen bis zu der Schutzanlage vor.
Tausende Anti-G8- Demonstranten sind am Mittwoch, wenige Stunden vor Beginn des Gipfeltreffens, bis kurz an den Sicherheitszaun um Heiligendamm vorgedrungen und haben eine der wichtigsten Zufahrtstraßen blockiert. Wenig später flogen Steine auf Kontrollpunkte am Zaun. Gipfelgegner hatten ihre Munition unweit der Sperranlage ausgegraben. Die Polizei musste zwei Kontrollstellen schließen.Die Polizei setzt auch Wasserwerfer ein. Aus einer Menge von rund 800 Demonstranten am Kontrollpunkt Rennbahn seien Steine geflogen, sagte ein Polizeisprecher. «Mit dem Einsatz der Wasserwerfer ist die Deeskalationsstrategie am Ende», sagte er. Weiteren 300 Demonstranten sei es gelungen, zum Zaun am westlichen Kontrollpunkt Vorder Bollhagen vorzudringen.
Zuvor hatte die Polizei bereits südlich von Heiligendamm an der Bundesstraße 105 mit Wasserwerfern und Tränengas eine Blockade aufgelöst, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.Laut Angaben der G8-Gegner besetzten bis zu 2000 Demonstranten die Straße nahe des Zauns. Ein Polizeisprecher sagte, sie hätten vorübergehend den Verkehr lahmgelegt. Weitere 9000 Gipfelgegner befänden sich in der unmittelbaren Umgebung des Gipfelorts auf dem Weg zu weiteren Straßenblockaden.
Die Stimmung in der Menge sei sehr aufgeladen und angespannt, berichtete ein Reporter der dpa. Die Polizei habe ihre Kräfte massiv verstärkt, Hunderte schwer geschützte Polizisten seien am Ort. Demonstranten sagten der Nachrichtenagentur dpa, die Polizei sei mit Schlagstöcken vorgegangen. Dafür gab es von offizieller Seite keine Bestätigung. Ein Sprecher der Polizei-Sondereinheit «Kavala» sagte: «Die Polizei ist nicht überrascht worden. Sie ist mit starken Kräften im Einsatz.»