04. Jun 2007 08:39
Für den Vorsitzenden des SPD- Arbeitnehmerflügels, Ottmar Schreiner, sind Koalitionen der SPD mit der Linkspartei auch im Westen durchaus vorstellbar. Zugleich kritisiert er die Attacken der SPD-Spitze auf Lafontaine.
«Alle demokratischen Parteien müssen untereinander koalitionsfähig sein. Ich sehe nicht ein, warum die SPD ihre Koalitions-Optionen nachhaltig verkleinern sollte», sagte Schreiner der «Rheinischen Post». Beck hatte hingegen erklärt, es verbiete sich, mit der Linkspartei über irgendwelche Koalitionen im Westen zu reden. Schreiner sagte, er teile Becks Auffassung nicht. Auch im Saarland gelte für ihn: «Die SPD wäre schlecht beraten, sich Koalitions-Optionen künstlich zu verbieten», sagte Schreiner, der selbst aus diesem Bundesland kommt. Dort will die Linkspartei zur nächsten Landtagswahl mit Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat antreten. Schreiner kritisierte die jüngsten Attacken der SPD-Spitze auf Lafontaine. Im Umgang mit der Linkspartei gelte: «Das Falscheste sind persönliche Rundumschläge, wie sie in den letzten Tagen zu beobachten waren.» Entscheidend sei, dass die SPD inhaltlich ihr eigenes Profil schärfe, ohne nach links oder nach rechts zu schauen.
Schreiner nahm zugleich Stellung zu Berichten, dass sein Vorgänger an der Spitze des SPD-Arbeitnehmerflügels, Rudolf Dressler, an einen Übertritt zur Linkspartei denke. «Ich kann verstehen, dass Rudolf Dressler über den Kurs der SPD in den letzten Jahren frustriert ist, das war ich lange Zeit auch.» Eine Reformpolitik zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sei aber nicht möglich ohne aktives Mitwirken der SPD. «Es kommt also darauf an, in der SPD für einen nachhaltigen Kurswechsel zu kämpfen», sagte Schreiner. (nz/dpa)