Zwischen zwei und drei Uhr kehrt dann langsam Ruhe ein. Am Doberaner Platz steht eine Hundertschaft der hessischen Polizei, am 24-Stunden Dönerstand grölen einige Betrunkene «Wir sind alle Rostocker Jungs!». Am Hauptsitz der Ostseesparkasse gleich um die Ecke ist eine Reihe eingeschlagener Scheiben notdürftig mit Folie gesichert, in der Langen Straße sind in fast allen Scheiben der Sparkassenfiliale Löcher von Steinwürfen zu sehen. In der Nähe des Stadthafens steht noch immer das ausgebrannte Wrack eines Autos. In den Nebenstraßen warten Polizisten in Kampfmontur in Bereitschaft, jetzt aber deutlich entspannter.
Einige schlafen in den Polizeibullys, die Köpfe nach hinten gesunken auf den schweren Uniformen. Auf den Stufen der Jakobipassage sitzen Beamte, rauchen und werten die Ereignisse des Tages aus. Sie zeigen sich schockiert über die Gewalt.