31. Mai 2007 15:28
Die Grünen haben im Streit um einen Moschee-Neubau in Köln die Konfliktparteien zu einer besonnenen Auseinandersetzung ermahnt. Auch die nordrhein-westfälische CDU forderte einen sachlichen Dialog.
Giordano hat seine Kritik am geplanten Bau einer Großmoschee in Köln-Ehrenfeld untermauert. «Diese sakrale Monstranz wäre ein falsches Signal, weil sie eine gelungene Integration vortäuscht», sagte Giordano den «Stuttgarter Nachrichten». Deutschland stehe aber vielmehr vor dem «Scherbenhaufen einer total verfehlten Migration». Die geplante Moschee soll Platz für 4000 Gläubige bieten.Für seine Kritik an den Plänen hatte Giordano nach eigener Aussage Morddrohungen erhalten. Die rechtsextreme Kölner Partei Pro Köln, die seit Wochen schon Front gegen den Moschee-Neubau macht, erstattete zudem Anzeige gegen Giordano wegen Verleumdung. Giordano hatte die Gruppierung als eine «lokale Variante des zeitgenössischen Nationalsozialismus» bezeichnet, deren Leute, «wenn sie könnten wie sie wollten, mich in eine Gaskammer stecken würden». Der Anwalt von Pro Köln hatte Giordano bis Donnerstagmittag eine Frist zum Widerruf gegeben. Giordano bekräftigte dagegen: «Ich nehme nichts zurück.»
Grünen-Politiker Beck forderte, die Moschee-Debatte «muss besonnen geführt werden». Im übrigen gelte auch für Muslime die grundgesetzlich garantierte kollektive Religionsfreiheit, sagte er. Dies bedeute, dass die Muslime ihre Religion «unter angemessenen Rahmenbedingungen und nicht nur in Hinterhöfen ausüben» dürften. «Ich gehe davon aus, dass im baurechtlichen Genehmigungsverfahren die Bedenken und Anregungen der betroffenen Anlieger sorgsam geprüft werden», sagte Beck mit Blick auf das Bauprojekt.Wie Beck warb auch der Migrationsbeauftragte der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion, Michael Ezzo Solf, am Donnerstag für einen sachlichen Dialog. Die Morddrohungen gegen Giordano seien zwar «erschreckend und in keiner Weise akzeptabel». Die an den Diskussionen um den Moscheebau beteiligten Gruppen redeten aber zu wenig miteinander. Der türkische Religionsverband Ditib stehe als Bauherr in der Pflicht, das Gespräch nicht nur mit der Verwaltung, sondern auch mit den Bürgern zu suchen, sagte Solf. «Nur auf diese Weise können Vorurteile beseitigt und Ängste genommen werden.»