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Ullrich für CDU-Minister «quasi überführt»

30. Mai 2007 11:26
Jan Ullrich
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Niedersachsens CDU-Innenminister Schünemann hält die Doping-Affäre im Radsport für einen «verheerenden Skandal». Trotzdem lehnt er eine Bestrafung geständiger Sportler ab.

Mit Unverständnis hat Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) auf das Verhalten von Ex-Radprofi Jan Ullrich im Doping-Skandal reagiert. Momentan habe er nicht den Eindruck, dass Ullrich etwas sagen werde, sagte er der «Berliner Zeitung», «obwohl er bereits quasi überführt ist». Vielleicht spiele «auch die Verjährungsfrist eine Rolle. Aber eigentlich kann ihm das auch egal sein, der Ruf ist ohnehin ruiniert».

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  • Erstaunt zeigte sich der Minister zudem über die Entscheidung deutscher Unternehmen, trotz des Doping-Skandals ihre Sponsorenschaft für den Radsport fortzusetzen. «Das überrascht mich allerdings bei so einem verheerenden Skandal», sagte Schünemann. «Das ist ja inzwischen schon kein Sponsoring mehr sondern Mäzenatentum.»

    Lediglich der Geflügelproduzent Wiesenhof hat bisher angekündigt, sich aus dem Sponsoring zurückzuziehen. Zu den Firmen, die die Unterstützung fortsetzen wollen, gehört unter anderem die Telekom. Eine Ausstieg der ARD aus der Live-Berichterstattung über die Tour de France sei dagegen nicht richtig, meint Schünemann. «Es wäre falsch, die derzeit Aktiven dafür zu bestrafen was vor zehn Jahren war.»

    Der niedersächsische Minister unterstützt das Vorhaben von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), den Vertrieb von Arzneimitteln zu erschweren. Vor allem seien aber die Sportvertreter selbst gefragt, das Doping- Problem selbst in den Griff zu bekommen. «Deshalb muss die Sportgerichtsbarkeit erhalten bleiben und darf nicht eingeschränkt werden», sagte Schünemann. Die Sportgerichte könnten schneller agieren als die normalen Gerichte. (nz)

     
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