Ausschreitungen nach G8-Protesten in Hamburg
Die Demonstration sei weitgehend friedlich verlaufen, wegen der polizeilichen Präsenz im Bereich der gewaltbereiten Teilnehmer sei es zu keinen größeren Gewalttaten gekommen, hieß es von der Polizei. Um 16.16 Uhr hatten die Veranstalter die Demonstration vorzeitig beendet, weil sie nach eigenem Bekunden keinen Sinn in einer von der Polizei so stark begleiteten Demonstration durch gesperrte Straßen sahen. Im Anschluss wurden laut Polizei im Bereich des Schanzenviertels Kleingruppen gewalttätig.
Polizeibeamte seien mehrfach massiv mit Steinen, Farbbeuteln, pyrotechnischen Gegenständen und Fußtritten attackiert worden. Im weiteren Verlauf kam es demnach immer wieder zu Sachbeschädigungen und Angriffen auf die Einsatzkräfte und Fahrzeuge der Polizei. Die Polizei setzte mehrfach Wasserwerfer ein. Im Stadtteil St.Pauli wurden laut Polizei immer wieder Bauzäune und Paletten auf die Fahrbahn gezogen und angezündet. Beim Räumen der Barrikaden seien Polizeibeamte angegriffen worden. Nach Hinweisen auf den Bau von Molotowcocktails seien sieben Tatverdächtige vorläufig festgenommen und ein Molotowcocktail sowie ein Feuerlöscher sichergestellt worden.
Laut Polizei erlitt ein Polizeibeamter einen offenen Fingerbruch, ein weiterer Beamter sei durch einen Flaschenwurf verletzt worden. Wegen Augenreizungen nach Besprühen mit einer unbekannten Flüssigkeit seien 150 Polizeibeamte ärztlich behandelt worden. Laut Polizei wurden zwei Beteiligte der Ausschreitungen verletzt. Die Demonstration galt als Generalprobe für den Gipfel, weswegen die Polizei Einsatzkräfte aus sieben Bundesländern einsetze. Insgesamt waren mehr als 2800 Polizeibeamte im Einsatz. (AP)

