Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Von der Leyen lässt Stoiber auflaufen

25. Mai 2007 11:24
Ursula von der Leyen hält sich mit konkreten Krippen-Plänen zurück
Bild vergrößern
Manchmal erscheint der Streit um mehr Krippenplätzen wie ein Mikado-Spiel: Wer sich zuerst bewegt, verliert. Diesmal konnte Bayerns Ministerpräsident nicht stillhalten – sein Vorschlag Betreuungsgeld scheint vom Tisch.

Die CSU hat sich innerhalb der Großen Koalition mit ihrem Vorstoß für ein so genanntes Betreuungsgeld für Mütter, deren Kinder nicht in Krippen sollen, nicht durchsetzen können: Bundesfamilienminister Ursula von der Leyen (CDU) werde das Konzept nicht in ihren Gesetzentwurf für den Ausbau des Krippenangebotes aufnehmen, berichtete die «Berliner Zeitung» ohne Angabe von Quellen. Verankert werden solle dort nur der beschlossene Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vom Jahr 2013 an.

Am Donnerstag hatte Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber noch auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages öffentlich für eine solche bereits als «Herdprämie» verspottete Lösung stark gemacht – und hatte dafür vereinzelte Buhrufe geerntet. Bereits in der jüngsten Koalitionsrunde hatte der Müchnener Regierungschef eine Zustimmung seiner Partei zum Ausbau des Krippenangebots von der Einführung eines Betreuungsgeldes abhängig gemacht.

Von der Leyen bedeckt

Mehr in der Netzeitung:
Ministerin von der Leyen selbst hat öffentlich noch nicht zum Thema Betreuungsgeld Stellung genommen – sie streitet ohnehin noch mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) über den Beitrag des Bundes zu den Kosten für die Erhöhung der Zahl der Krippenplätze auf 750.000 binnen der kommenden sechs Jahre. Im Bundestag hatte von der Leyen nur vage Einblicke in ihre Planung erlaubt – sie stellte aber klar, dass aus ihrer Sicht Kinder insbesondere aus sozial schwächeren Schichten «nicht mehr Geld» brauchen, sondern «gute Angebote». Schließlich dürfe das Geld der Steuerzahler nicht für «Breitwandbildschirme und Playstations fürs Kinderzimmer» ausgegeben werden, sagte die Ministerin in einer Aktuellen Stunde im Bundestag.

Im Grundsatz ist sich die Große Koalition einig, dass die Zahl der Krippenplätze verdreifacht werden soll, damit jedes Dritte Kind das Betreuungsangebot nutzen kann. Die Finanzierung durch den Bund hatte die jüngste Koalitionsrunde aber offen gelassen – das Grundgesetz verbietet direkte Finanzbeziehung zwischen Bundesregierung und Kommunen. Von der Leyen wollte vier der schätzungsweise zwölf Milliarden Euro Gesamtkosten aus der Bundeskasse zahlen lassen. Die ohnehin klammen Städte und Gemeinden fürchten andererseits, die Länder könnten Teile der Mittel für sich abzweigen, um selbst ihre Etats zu stärken.

Gutscheine für SPD zu kompliziert

Edmund Stoiber zuckt zu schnell mit dem Finger
Bild vergrößern
Im Finanzministerium wird deshalb über ein Stiftungsmodell nachgedacht, das laut «Berliner Zeitung» vielleicht schon in diesem Jahr kommen kann: Minister Steinbrück werde etwa ein Drittel der Gesamtkosten noch in diesem Jahr in eine Stiftung einbringen oder als Sondervermögen anlegen.

Ein vom Familienministerium vorgeschlagenes Gutschein-Modell stößt dagegen in der SPD auf Widerstand: Damit die Eltern eventuelle Zusatzleistungen nicht einfach verkonsumieren, könnten solche Gutscheine etwa für Betreuungsangebote, aber auch für Ernährungs- und Erziehungskurse eingetauscht werden. Das halten die Sozialdemokraten indes für zu kompliziert. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.