Schon vor mehreren Wochen hatte eine von der Justiz veranlasste Razzia in linken Zentren ganz Deutschlands für Empörung gesorgt – und den Willen der Szene zum Protest noch verstärkt. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac verzeichnete enormen Mitgliederzulauf. Kaum einer wollte fortan Gewalt gegen den Gipfel und den Heiligendamm umschließenden Schutzzaun ausschließen. Für Diskussionen sorgt derzeit, dass die Ermittler bei den Razzien von einzelnen Personen auch Geruchsproben nahm - eine zuletzt vor allem von der DDR-Stasi angewandte Methode, Kritiker habhaft zu werden. Der Leiter des Polizeieinsatzes beim G8-Gipfel, Knut Abramowski, rechnet während des Treffens in Heiligendamm selbst jedoch nicht mit Brandattacken wie gegen das Auto des «Bild»-Chefs. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, sagte er der «Passauer Neuen Presse». Zugleich geht er keinesfalls von einem friedlichen Verlauf der angekündigten Blockaden von Globalisierungskritikern aus. Er rechne mit dem Gegenteil. Blockaden könne die Polizei «im Ausnahmefall» dulden. «Im Vordergrund steht die Deeskalation: Zuerst werden wir immer mit den Blockierern reden.»