Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Weikersheim muss ohne Oettinger auskommen

22. Mai 2007 15:16
Sitz der Bildungseinrichtung: Schloss Weikersheim
Bild vergrößern
Wochenlang hat es gedauert, bis sich Baden- Württembergs Ministerpräsident Oettinger zu seinem Austritt aus der rechten Denkfabrik durchringen konnte. Die CDU soll in Weikersheim aber weiter mitarbeiten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat seinen Mitgliedschaft im umstrittenen Studienzentrum Weikersheim beendet. Der CDU-Politiker sagte am Dienstag in Stuttgart, er wolle nur noch bei solchen Organisationen Mitglied bleiben, die einen Bezug zu dem Land hätten. In Weikersheim würden aber «nicht originäre» Landesinteressen wahrgenommen.

Mehr in der Netzeitung:
Kritiker werfen dem Studienzentrum Rechtslastigkeit vor. Selbst bezeichnet es sich als «christlich-konservative Denkfabrik». Es wurde 1979 von Hans Filbinger gegründet, der im Jahr zuvor als Ministerpräsident zurücktreten musste, weil bekannt geworden war, dass er als Marine-Richter zu Kriegsende an NS-Todesurteilen beteiligt war. Oettinger bezeichnete Filbinger nach dessen Tod am 1. April in einer Trauerrede als Gegner des Nazi-Regimes, nahm diese Behauptung aber später zurück und bedauerte sie.

Oettinger hatte gesagt, bis zur Klärung der Vorwürfe gegen das Studienzentrum lasse er seine «offenbar kraft Amtes erworbene Mitgliedschaft» ruhen. Hintergrund waren Berichte, dass eine Unterorganisation des Zentrums zwei Veranstaltungen mit dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann und dem Bundeswehr-General Reinhard Günzel geplant hatte.

Günter Oettinger kappt Verbindungen
Bild vergrößern
Hohmann geriet 2003 mit einer als antisemitisch kritisierten Rede, in der er Juden mit dem Begriff «Tätervolk» in Zusammenhang brachte, in die Kritik und wurde daraufhin aus der CDU ausgeschlossen. Günzel wurde vom damaligen Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) entlassen, nachdem er Hohmann zu seiner Rede gratuliert hatte.

Oettinger sagte, die Mitgliedschaft habe nichts mit seinem Amtsauftrag zu tun. Die baden-württembergische CDU solle sich aber weiter in Weikersheim engagieren. Führende Köpfe der Partei seien bereit, dort mitzuarbeiten. Oettinger, der auch Vorsitzender der Südwest-CDU ist, sagte, er habe die Erwartung, dass das Studienzentrum seinen Auftrag auf demokratischen und in vollem Umfang nachprüfbaren Boden erfülle. Nach Oettingers Willen sollen dort keine Redner aus dem rechten Spektrum mehr auftreten. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.