22. Mai 2007 07:53
Während in der Bundeswehr nach einem Abzugsplan aus Afghanistan gerufen wird, besucht der Außenminister in Kundus die Truppe. Frank-Walter Steinmeier wird vor dem G8-Gipfel Staatschefs der Krisenregion treffen.
Drei Tage nach dem tödlichen Bombenanschlag auf Bundeswehrsoldaten in Nordafghanistan hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagfrüh den deutschen Stützpunkt Kundus besucht. Dabei würdigte er die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten, die unter schwierigen und gefahrvollen Bedingungen «Herausragendes» leisteten.In Afghanistan gebe es keine sicheren Zonen. «Der Terror droht überall, und absoluten Schutz vor Terrorangriffen gibt es nicht. Das mussten wir sehr schmerzlich erfahren.» Bei dem Selbstmordanschlag auf eine Patrouille waren am Samstag auf einer Marktstraße in Kundus drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen und fünf zum Teil schwer verletzt worden. Zudem starben fünf afghanische Zivilisten.
Außenminister Steinmeier sprach in dem Stützpunkt mit Soldaten des deutschen Wiederaufbauteams PRT, das in Kundus seit November 2003 tätig ist. Er sei gekommen, um nach dem schockierenden Anschlag von Samstag den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten zu würdigen. «Ihre Arbeit verdient unsere ganze Anerkennung. Unser Land ist stolz auf seine Aufbauhelfer und Soldaten.»Zugleich verwies er auf die bislang erreichten Fortschritte beim Wiederaufbau des Landes seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001. Mädchen könnten wieder die Schule besuchen, Felder würden wieder bewässert und Straßen und Häuser gebaut.