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BND warnt vor Taliban-Kämpfern in Europa

21. Mai 2007 16:14
Soldaten der Bundeswehr
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Auch wenn die militärische Lage in Afghanistan nicht zugunsten der Taliban kippt: Die Entwicklungen in dem Land am Hindukusch sieht der deutsche Auslandsgeheimdienst dennoch mit Besorgnis.

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, hält es nach dem Anschlag eines Selbstmordattentäters auf Bundeswehrsoldaten in Afghanistan für möglich, dass islamistische Kämpfer aus dem Land am Hindukusch auch in Europa zuschlagen könnten. «Wir müssen damit rechnen, dass Leute nach Afghanistan oder in den Irak zum Kämpfen gehen und dann zurückkommen», sagte Uhrlau der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

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Es müsse zwar «nicht unbedingt eine Einreise nach Deutschland sein, damit es für uns gefährlich wird», fügte der BND-Präsident hinzu. Aber in den vergangenen anderthalb Jahren seien islamistische Kämpfer von Nordafrika aus nach Afghanistan und in den Irak gegangen. «Ein Teil kommt zurück. Nordafrika liegt nah an Europa», warnte Uhrlau.

Allerdings legte der BND-Chef Wert auf die Feststellung, dass die Deutschen über Drohungen islamistischer Terrornetzwerke gegen die Bundesrepublik «eigentlich nicht überrascht sein» könnten. «Deutschland steht seit langem im Zielspektrum von Al Qaeda». Jeder irre, der glaube, dass Deutschland nicht bedroht sei, weil es sich nicht am Irak-Krieg beteiligt habe.

«Terrorismus wird aber in Deutschland erst realisiert, wenn er in Deutschland stattfindet. Die deutschen Opfer, die es in den vergangenen Jahren bei Anschlägen im Ausland gegeben hat, werden weniger wahrgenommen», sagte der BND-Präsident. Der nur knapp missglückte Terrorakt der «Kofferbomber» im vergangenen Sommer habe gezeigt: «Es kann in Deutschland ein Anschlag gelingen».

Ernst Uhrlau
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Der BND-Präsident wandte sich gegen Behauptungen, die militärische Lage in Afghanistan kippe zugunsten der Taliban. «Ich sehe nicht, dass die Taliban die Oberhand gewinnen», sagte er. Trotz nachhaltiger Verluste auf Seiten der Taliban werde der Kampf mit ihnen aber andauern. Von einem «Entscheidungsjahr 2007» könne in Afghanistan nicht die Rede sein. Die Taliban blieben «ein sicherheitsrelevanter Faktor in der Region, der sehr ernst genommen werden muss», sagte der BND-Chef .

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sprach sich vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage dafür aus, die deutsche Strategie auf ganz Afghanistan auszuweiten, um den demokratischen Aufbau in dem Land zu forcieren. Ähnliche Äußerungen kamen aus der FDP und großen Teilen der SPD. Die Grünen plädieren dafür, den Aufbau-Charakter der deutschen Mission deutlicher zu betonen.

Die beiden in Afghanistan schwer verletzten Bundeswehrsoldaten sind außer Lebensgefahr. Zwei weitere Verletzte konnten entlassen werden. Die drei bei einem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kundus getöteten Soldaten werden Mittwoch nach Deutschland geflogen. (nz)

 
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