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Nebenjobs von Parlamentariern bald bekannt

20. Mai 2007 16:14
Grünen sehen Lammerts Vorstoß als überfällig
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Bis zur Sommerpause will Bundestagspräsident Nebentätigkeiten von Abgeordneten publik machen. Auf eine Entscheidung aus Karlsruhe will er nicht mehr warten.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat angekündigt, bis zur Sommerpause im Juli die Nebentätigkeiten der Abgeordneten zu veröffentlichen. Er werde nicht weiter auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts warten, sagte Lammert der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Wie die Zeitung und die «Frankfurter Rundschau» übereinstimmend berichteten, hatte in der vergangenen Woche der zweite Senat in Karlsruhe keine Mehrheit für eine Entscheidung über die Offenlegungspflicht erzielen können. Vier Richter wollten demnach der Klage mehrerer Bundestagsabgeordneter - darunter Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) - gegen die neuen Regeln stattgeben, vier wollten sie abweisen.

Mehr in der Netzeitung:
Die Grünen- Fraktion nannte Lammerts Vorstoß überfällig. Nach den 2005 beschlossenen Transparenzregeln sollen Abgeordnete die Art ihrer Nebentätigkeit und die Höhe ihrer Verdienste öffentlich darlegen müssen. Lammert hatte im März 2006 entschieden, die Offenlegung auszusetzen, bis eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vorliegt.

Da ein Urteil jetzt jedoch nicht absehbar sei, wolle er nun die Daten veröffentlichen, die nicht Gegenstand verfassungsgerichtlicher Prüfung sind, sagte der Bundestagspräsident. Er wolle zunächst nur die Art der Tätigkeit, nicht die Höhe der Vergütung veröffentlichen.

Beratungen offenbar am Mittwoch

Nach Informationen der «Frankfurter Rundschau» will sich Lammert am kommenden Mittwoch mit den Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Peter Struck, beraten. «Der Anspruch der Öffentlichkeit auf Offenlegung von Tätigkeiten neben dem Mandat ist ebenso unverzichtbar wie der Anspruch auf Schutz persönlicher Daten, den auch Abgeordnete mit Annahme ihres Mandats keineswegs verwirkt haben», begründete Lammert.

Laut früheren Angaben verschweigen bisher die meisten der 614 Bundestagsabgeordneten der Öffentlichkeit, ob sie Nebeneinkünfte haben. Im Herbst 2006 hatten nur insgesamt 109 Parlamentarier diese freiwillig auf ihren Internet-Seiten angegeben.

Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen- Bundestagsfraktion, sagte: «Die Entscheidung des Bundestagspräsidenten, die veröffentlichungspflichtigen Daten der Abgeordneten tatsächlich zu veröffentlichen und damit auch geltendes Recht anzuwenden, ist mehr als überfällig.» Die jetzige Entscheidung zeige, dass es «ein Fehler war, die Veröffentlichung einfach auszusetzen.» (dpa)

 
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