Politiker wollen «Fett-Steuer» auf Naschzeug
13.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die ernährungspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Ulla Heinen, sagte der «Bild am Sonntag»: «Dass auf Naschzeug nur sieben Prozent Mehrwertsteuer erhoben werden, ist nicht nachvollziehbar.» Die SPD-Gesundheitsexpertin Elvira Drobinski-Weiß sagte: «Ein ungesundes Essverhalten sollte auch finanziell unattraktiver gestaltet werden. Deswegen sollte für Knabberzeug und Süßigkeiten die volle Mehrwertsteuer gelten.»
Der FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann signalisierte Unterstützung: «Es gibt keinen Grund, warum für Trüffel und Gänsestopfleber die Steuerermäßigung gilt, und für Mineralwasser nicht.» Dagegen sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP- Bundestagsfraktion, Jürgen Koppelin: «Typisch Koalition: Zu jedem neuen Problem fallen den SPD- und Unionspolitikern nur neue Steuern ein.»
Der Münchner Ernährungsmediziner Professor Hans Hauner wies darauf hin, dass fettreiche Produkte häufig billiger als fettarme und frische Lebensmittel sind. Deswegen könnte eine «Fett-Steuer» Teil eines Gesamtkonzeptes gegen Übergewicht sein.
Der Sportmediziner Gabriel forderte, die Stundenzahl und Qualität des Sportunterrichts an den Schulen deutlich zu erhöhen. «Drei Stunden Schulsport sind ein Witz. Kinder und Jugendliche müssten jeden Tag Sport haben. Das wäre ein wirklicher Beitrag gegen eine der größten Gesundheitsgefahren unserer Zeit, den Bewegungsmangel», sagte der Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zudem müssten die Sportlehrer besser weitergebildet werden. (nz/dpa)

