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Bischöfin Käßmann lässt sich scheiden

10. Mai 2007 16:27
Margot Käßmann mit Ehemann Eckhard und Familienhund Lisa im Garten ihres Hauses in Fulda (Archivbild vom 08.08.1999).
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Die Ehe der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann ist gescheitert. Nach 26 Jahren hat sie die Scheidung eingereicht.

Die Presseerklärung des Kirchensenats war kurz: Landesbischöfin Margot Käßmann habe zu ihrem tiefen Bedauern die Scheidung von ihrem Ehemann Pastor Eckhard Käßmann eingereicht, teilte das leitende Gremium der hannoverschen Landeskirche mit. Die Nachricht überrascht die evangelische Kirche weit über Hannover hinaus. Denn seit ihrer Wahl zur Bischöfin vor acht Jahren ist die 48-Jährige eine der bekanntesten Personen des deutschen Protestantismus.

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  • Das dienstlich vorgesetzte Gremium hat sich eindeutig hinter Margot Käßmann gestellt: «Der Kirchensenat erklärt einmütig, Frau Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen und sie in der bewährten Führung ihres Amtes mit allen Kräften zu unterstützen.»

    Käßmann selbst will sich nicht öffentlich äußern. Das war vor einem dreiviertel Jahr ähnlich, als sie Ende August 2006 an Brustkrebs erkrankte. Die Bischöfin bat damals um Verständnis dafür, Privates auch privat zu lassen. Zwei Monate später nahm sie ihren Dienst wieder auf und sagte der Landessynode: «Es war für mich auch eine geschenkte Zeit.» Sie habe über manches intensiver nachgedacht, was sonst im Alltag zurückgetreten sei.

    26 Jahre Ehe

    Seit 26 Jahren ist die gebürtige Marburgerin verheiratet. Das Ehepaar hat vier Töchter zwischen 15 und 24 Jahren. Nach Theologiestudium und Vikariat teilten sich die Käßmanns mehrere Jahre eine Pfarrstelle im nordhessischen Kurhessen-Waldeck. 1994 wechselte Margot Käßmann als Generalsekretärin zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Fulda, ihr Mann wurde Studentenpfarrer.

    Am 4. Juni 1999 wählte die größte deutsche Landeskirche die Tochter eines Kfz-Mechanikers zu ihrer Bischöfin: als erste Frau in diesem Amt in Hannover und zweite Bischöfin in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) überhaupt - nach Maria Jepsen in Hamburg. Käßmann kann nach der hannoverschen Kirchenverfassung bis zu ihrem 68. Lebensjahr Bischöfin bleiben.

    Die promovierte Theologin, die sich neben ihrem Beruf zwei Jahrzehnte lang im Weltkirchenrat engagierte und die seit 2003 Mitglied im Rat der EKD ist, wird nicht die erste geschiedene Bischöfin sein. Ihre Lübecker Amtskollegin Bärbel Wartenberg-Potter war bei ihrer Wahl im Jahr 2000 bereits zum zweiten Mal verheiratet.

    Hausmann und Religionslehrer

    Käßmann ist jedoch die erste Bischöfin, die sich während ihrer Amtszeit von ihrem Mann getrennt hat. Der 52 Jahre alte Eckhard Käßmann war in den ersten beiden Jahren in Hannover Hausmann, danach erteilte er Religionsunterricht. Seit drei Jahren ist er Pfarrer im Landeskirchenamt in Kassel.

    Für Margot Käßmann gilt die gleiche Regelung wie für alle evangelischen Pfarrer, denn eine Bischöfin ist eine Pastorin mit besonderen Aufgaben. Sie muss ihrem Vorgesetzten die Trennung von ihrem Ehepartner anzeigen. Ihren rechtlichen Pflichten ist Margot Käßmann am Donnerstag gegenüber dem Kirchensenat nachgekommen. Bereits am Freitag hat die Landesbischöfin wieder ihren gewohnt vollen Terminkalender. In Hannover tagt der Rat der EKD. (Von Ulrike Millhahn, epd)

     
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