Abgesehen von der Übung habe er seine Ausbilder in Coesfeld als korrekt erlebt, sagte der Zeuge: «Es ging zwar streng zu, aber das war schließlich keine Strickschule.» Nach seiner Grundausbildung in Coesfeld war er beim Heerestruppenkommando in Koblenz stationiert. Dort hatte sich der 22-Jährige an die Wehrdisziplinarbeauftragte gewandt, nachdem er erfuhr, dass Rekruten während späterer Geiselnahmeübungen mit Stromschlägen traktiert wurden.
Vor der 8. Großen Strafkammer des Münsteraner Landgerichts müssen sich der Kompaniechef und 14 Ausbilder des Instandsetzungsbataillons Coesfeld verantworten. Ihnen wird Misshandlung und Entwürdigung von 163 Rekruten bei insgesamt vier simulierten Geiselnahmen im Sommer 2004 vorgeworfen. Dabei sollen die Rekruten laut Anklage mit Stromschlägen misshandelt, nass gespritzt, getreten und geschlagen worden sein. (dpa)