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Dürre macht Lebensmittel ein Fünftel teurer

07. Mai 2007 07:45
Gemüse wird teurer
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Agrarminister Seehofer bringt wegen des bisher fehlenden Regens eine Klima-Versicherung für Landwirte ins Gespräch. Der Ausnahme-April mit sommerlichen Temperaturen nützte vor allem den Brauereien.

Nach der langen Trockenheit hat Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) für Bauern eine Versicherung gegen Klimarisiken ins Gespräch gebracht. «Die Franzosen schlagen schon seit einiger Zeit für solche Fälle Ernteversicherungen vor», sagte er dem ARD- «Bericht aus Berlin». Das solle auch an diesem Montag auf dem EU- Agrarrat in Brüssel mit den anderen Landwirtschaftsministern besprochen werden.

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Die Trockenheit wird die Lebensmittelpreise nach Expertenschätzung um bis zu 20 Prozent nach oben treiben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet kurzfristig mit einem Preisanstieg um ein Fünftel. «Besonders betroffen sind Produkte wie Kartoffeln, Gemüse und Getreide, denen die Dürre extrem zu schaffen macht», sagte DIW-Umweltexpertin Claudia Kemfert der «Welt am Sonntag».

Ein noch stärkerer Anstieg hänge davon ab, ob der Sommer so trocken werde wie Experten erwarteten. «Die Wahrscheinlichkeit deutlicher Ertragseinbußen steigt mit jedem Tag ohne Regen», teilte die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) der Zeitung mit. Auch der Bierpreis könne steigen, weil die Sommergerste erheblich betroffen sei.

Zweistelliges Plus

Manche Landwirte besonders in Brandenburg befürchten Ernteeinbußen von bis zu einem Drittel. Die Bauern hoffen auf das Tief «Carsten», das ihnen Regen bringen soll. Große Handelskonzerne sehen die Trockenheit wegen ihrer internationalen Lieferanten nach Angaben der Zeitung noch gelassen. Dagegen beurteilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) die Klimarisiken kritisch. Anders als bei früheren Trockenperioden gebe es derzeit fast überall auf der Welt ungewöhnliches Wetter. Die erste Aufgabe der Bauern müsse es sein, die Bevölkerung zu ernähren, sagte BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner Lisboa mit Blick auf alternative Energieerzeugung.

Einige große Brauereien verzeichneten im April im Vergleich zum Vorjahresmonat ein zweistelliges Absatzplus. «Das war der beste April in der Brauereigeschichte», sagte Veltins-Sprecher Ulrich Biene in Meschede-Grevenstein der Nachrichtenagentur dpa. Auch bei der größten deutschen Premium-Brauerei Krombacher aus Kreuztal im Siegerland sorgten «Ferien, Feiertage und natürlich das Wetter» für zweistellige Zuwächse, sagte Sprecher Franz-Josef Weihrauch.

Besonders gefragt seien auch Biermischgetränke und Radler gewesen. Diesen Trend bestätigte auch die Veltins-Brauerei. Die Warsteiner Brauerei startete nach Auskunft von Sprecher Christoph Hermes ebenfalls gut in das Jahr 2007. «Wir haben vor allem im Inland zugelegt. Der April passt da voll ins Bild», sagte er. (nz/dpa)

 
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