In Bayern will man das Problem dennoch durch schärfere Gesetze lösen. Innenminister Günther Beckstein wiederholt unermüdlich, er werde das Flatrate-Trinken verbieten lassen. «Wenn All-Inclusive-Saufen angeboten wird und Gastronomen sogar mit einer Absturz-Garantie werben, haben wir Regelungsbedarf», sagte Beckstein den Dortmunder «Ruhr Nachrichten». Wie der regelungswütige CSU-Politiker schildert, arbeitet Bayern bereits an einer Regelung über das Gaststättenrecht, gleichzeitig sucht der Freistaat die Abstimmung mit den Innenministern der CDU-geführten Länder.Für Jugendschutzexperten Engels fängt die Prävention jedoch weit vor dem ersten Glas an. Er plädiert dafür, Kinowerbung für Nikotin und Alkohol nur noch vor Filmen zuzulassen, die mindestens ab 16 Jahren freigegeben sind. Er fordert die Alkohol- und Tabakindustrie auf, in ihrer Werbung nicht gezielt das Lebensgefühl Jugendlicher anzusprechen, wie das derzeit geschehe. Dabei setzt auch er auf schärfere Regeln: Wenn dies freiwillig nicht geschehe, müsse ein entsprechendes Gesetz her.
Drogenbeauftragte Bätzing hatte sich am Donnerstag bei der Vorstellung des Suchtberichts 2007 alarmiert von dramatischen Missbrauchszahlen bei Alkohol, Tabak und Medikamenten gezeigt. Die Verharmlosung der Alltagsdrogen müsse ein Ende haben, forderte sie. (nz)