30. Apr 2007 20:27
Darf eine frühere RAF-Terroristin Migrantenkindern Deutsch beibringen? In Bremen arbeitet Susanne Albrecht seit Jahren an einer Grundschule. Die CDU will das nicht hinnehmen.
Der Vorsitzende der Bremer CDU-Bürgerschafts-Fraktion, Hartmut Perschau reagierte am Montag laut Medienberichten mit «Erstaunen und Unverständnis. Es sei völlig untragbar, dass Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet würden, sagte er. Zwar sehe der Rechtsstaat eine Resozialisierung vor, diese dürfe aber nicht auf dem Rücken der Kinder erfolgen. Der Sprecher von Bildungssenator Willi Lemke (SPD), Rainer Gausepohl, hatte zuvor bestätigt, dass Albrecht seit über zehn Jahren Migrantenkinder in Deutsch unterrichtet. Lemke habe davon allerdings erst vor einigen Wochen erfahren, als über die RAF diskutiert wurde, zitierte die «Rheinische Post» Gausepohl.
Die CDU, die in Bremen gemeinsam mit den Sozialdemokraten regiert, reichte nun einen Fragenkatalog an Lemke und an Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) ein, der auch Justizsenator ist. Außerdem wurde eine Sondersitzung des Rechtsausschusses der Bürgerschaft beantragt.
Susanne Albrecht war 1977 gemeinsam mit Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt an der Ermordung des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto beteiligt. 1996 wurde sie in Bremen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. (nz)