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Integrationsbeauftragte knöpft sich Muslime vor

30. Apr 2007 09:22
Muslime in Leipzig
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Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung hat Muslime in Deutschland scharf kritisiert. Eine Forderung nach getrenntem Sportunterricht für Jungen und Mädchen sei rückwärtsgewandt.

Mit harter Kritik hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), kurz vor der Islamkonferenz auf die Forderung deutscher Muslime nach getrenntem Sportunterricht für Jungen und Mädchen reagiert. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte Böhmer, dies sei «alles andere als ein gelungener Auftakt» für das zweite Zusammentreffen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Muslim-Vertretern am 2. Mai. «Wir werden nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit von Rückwärtsgewandten hier die Regeln ihrer Großväter zu installieren versucht», stellte Böhmer klar.

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Kulturelle Vielfalt sei zwar schön und bereichernd, räumte Böhmer ein. Sie ende aber dort, wo Deutschlands Grundwerte und -rechte in Frage gestellt würden.« Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eines dieser nicht verhandelbaren Grundrechte», hob die Integrationsbeauftragte hervor.

Muslime kritisieren Schäuble

Kritisch äußerte sich die Unionspolitikerin auch zur Zusammensetzung des Koordinierungsrates der Muslime, der Schäubles Ansprechpartner sein soll. In Deutschland lebten Schätzungen zufolge drei Millionen Muslime. Die Verbände im Koordinierungsrat verfügten aber nur über knapp 300.000 Mitglieder. Böhmer: «Der Rat vertritt also nur etwa zehn Prozent der Muslime.» Das Gremium könne damit kaum für sich in Anspruch nehmen, die Interessen aller Muslime zu vertreten.

Der Zentralrat der Muslime Kritik kritisierte dagegen die zögerliche Haltung der Bundesregierung bei der Forderung, den Islam als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft in Deutschland anzuerkennen. Er habe «den Eindruck, dass man sich vor der Anerkennungsfrage fürchtet wie der Teufel das Weihwasser», sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der «Westdeutschen Zeitung». «Ich möchte, ehrlich gesagt, diese Diskussion nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag führen», fügte er mahnend hinzu.

Gedämpfte Erwartungen

Zugleich äußerte Mazyek scharfe Kritik an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Dieser habe höchstpersönlich einen Zusammenschluss der Muslime in Deutschland gefordert, nun werde aber der so genannte Koordinierungsrat «relativiert und kleingeredet», sagte der Generalsekretär des Zentralrats.

Schäuble geht denn auch mit gedämpften Erwartungen in die zweite Islamkonferenz mit Vertretern der Muslime am kommenden Mittwoch in Berlin. «Ich bin nicht naiv, aber zuversichtlich», sagte Bundesinnenminister der «Welt am Sonntag».

Die Integrationsbeauftragte Böhmer sagte, «wir sollten (…) etwas Geduld haben». Die Gespräche seien auf drei Jahre angelegt. Überdies habe der Dialog mit den Vertretern des Islam, unabhängig von konkreten Beschlüssen, bereits einen Eigenwert.« Wir sind auf einem guten Weg», sagte die CDU-Politikerin. Seit die Kanzlerin Integration zur «Chef-Sache gemacht hat», gehe es voran. (nz/dpa/AP)

 
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