29. Apr 2007 10:28
Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm fordert, dass auch ehemalige Stasi-Offiziere dabei helfen, die Verbrechen der RAF aufzuklären.
Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm hat ehemalige Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit aufgefordert, ihr Wissen über Details von RAF-Anschlägen zu offenbaren. «Für die Angehörigen der Opfer, für die Rechtsfindung und für die geschichtliche Aufarbeitung wäre es wichtig, wenn die damit befassten Stasi-Offiziere endlich ihr Schweigen brechen und ihre Insider-Kenntnisse preisgeben würden», sagt der CDU-Politiker der Zeitschrift «Super Illu». Er wies zugleich Spekulationen zurück, es habe bei der juristischen Verfolgung der RAF-Aktionen möglicherweise Fehlurteile gegeben.«Zu Unrecht saß und sitzt keines der RAF-Mitglieder in Haft, davon bin ich überzeugt», sagte Schönbohm, der sich gegen eine Begnadigung des seit mehr als 24 Jahren inhaftierten ehemaligen RAF-Mitglieds Christian Klar aussprach. Dieser sei einer der maßgeblichen Drahtzieher der RAF-Anschläge gewesen und habe mit seiner Kapitalismus-Kritik in einem Grußwort an die Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz im vergangenen Januar gezeigt, dass er überhaupt nichts begriffen habe. (AP)