23.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Im Spiel 'Counter-Strike' nachgebaute Amok-Schule
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Chancen für das vom Bundesrat angestrebte, verschärfte Verbot gewalthaltiger PC-Spiele sinken. Die SPD im Bundestag kündigte ihren Einspruch an.
Der Streit um ein Verbot so genannter Killerspiele geht in eine weitere Runde: Die SPD-Fraktion lehnte am Montag eine Initiative der Bundesländer ab, die Herstellung, Verbreitung und den Vertrieb von besonders gewalthaltigen Spielen zu verbieten. «Hektische gesetzgeberische Maßnahmen» brächten nichts, sagte die zuständige SPD-Kulturpolitikerin Monika Griefahn. Die Länder hatten, befeuert durch den Amoklauf im nordrhein-westfälischen Emsdetten, im Februar im Bundesrat die Initiative für eine Gesetzesverschärfung ergriffen.
SPD-Fraktions-Vize Fritz Rudolf Körper verwies auf eine erwartete Studie durch das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, deren Ergebnis bis Juni vorliegen soll. Das Gutachten abzuwarten, ist im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD festgeschrieben. Erst dann wollen die Sozialdemokraten weiter entscheiden.
Vorrangig wollen sie zunächst die existierenden Regeln schärfer durchsetzen. Defizite sehen die SPD-Vertreter etwa bei den Händlern. Im Gespräch wolle man erreichen, dass die Altersbeschränkungen eingehalten würden, die die Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle für die Spiele festlegte.
Bestandteil der KulturMit dem Votum der beiden SPD-Politiker werden Teile des Länder-Plans hinfällig. Denn etwa das Strafgesetzbuch kann nur der Bund ändern der Bundestag müsste den Länder-Beschlüssen zustimmen.
Griefahn und Körper wollen von den wenigen «Killerspielen» die Vielzahl der wertvollen Angebote nicht kaputtmachen lassen. «Computerspiele sind Bestandteil der Alltagskultur von Jugendlichen und Erwachsenen», bekräftigten beide und regten an, einen «Computerspielepreis» des Bundes auszuloben. (nz)