Kurnaz, der heute gerne mit einem Sportwagen und einem Motorrad durch Bremen fährt, erzählte der Wochenzeitung auch von seiner Schulzeit, an die er in Guantánamo habe denken müssen. Im Schulhof habe man «Apfelessen» gespielt. Ein Apfel schwamm im Wasser. Man musste den Kopf untertauchen und versuchen, davon abzubeißen. «Die Amerikaner haben mit mir auch Apfelessen gespielt - aber ohne Apfel.» Die Deutschen hätten kein Problem mit seinem Aussehen, sagte Kurnaz, eher die Türken. Lob zollt Kurnaz seinem Wohnort Bremen: «Hier finde ich wieder meinen inneren Frieden.»Murat Kurnaz offenbart auch, dass er eine Frau sucht. «Als Muslim darf ich auch eine Christin oder eine Jüdin heiraten. Oder eine Russin. Sie muss mich nur verstehen. Ich bin ein junger Mann aus Deutschland, der nur versucht, nach seinem Glauben zu leben, nichts anderes.» Der Prophet Mohammed habe ihm in Guantánamo Halt gegeben, der Bart sei die einzige Freiheit gewesen. Deutschland sei weltweit der beste Ort für Muslime: «Hier geht es mir gut». (nz)