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Bundeswehrsoldaten sollen in die Bronx

17. Apr 2007 09:41
In der Bronx (Archivbild)
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An «Afroamerikaner» aus der Bronx denken, «Motherfucker» rufen und schießen: Dieses Konzept eines Ausbilders bei der Bundeswehr kommt in den USA nicht gut an. Der Bürgermeister der Bronx sucht nun direkten Kontakt zu den Deutschen.

Wegen des Skandal-Videos über die Rekrutenausbildung in Rendsburg hat der Bürgermeister der Bronx die deutsche Bundeswehr in den New Yorker Stadtteil eingeladen. Sollte sie eine Abordnung schicken, sei er gern für sie da, sagte Adolfo Carrión der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. «Ich werde sie herumfahren, damit sie sehen, wie die Bronx wirklich ist», sagte er.

Mehr in der Netzeitung:
  • «Motherfucker»-Video für Berlin Einzelfall 16. Apr 2007 17:17
  • «Sie sind jetzt in der Bronx ...» 16. Apr 2007 11:34, ergänzt 11:45
  • In dem im Internet verbreiteten Privat-Video hatte ein Offizieranwärter einen Rekruten am Maschinengewehr aufgefordert, sich Afroamerikaner aus der Bronx als Ziele vorzustellen und beim Schießen mit «Motherfucker» zu beschimpfen.

    Carrión, ein 46-jähriger ehemaliger Pfarrer, betonte seine Empörung über die deutschen Soldaten: «Das ist barbarisch. Ganz klar, diese Burschen wissen gar nichts, weder über Afroamerikaner noch über die Bronx.» Carrión forderte, Deutschland müsse die Menschen seines Viertels um Verzeihung bitten.

    Keine voreiligen Schlüsse

    Zuvor hatte der Rendsburger Bürgermeister, Andreas Breitner (SPD), Carrion eingeladen. Carrion könne sich davon überzeugen, dass Deutschland, Rendsburg und die Bundeswehr anders seien als er vermute. Zugleich hatte Breitner bedauert, dass es «leider immer wieder» solche Vorfälle gebe, «die nicht zu entschuldigen sind».

    Der deutsche Militärbischof Peter Krug warnte davor, «voreilig» die Vorfälle auf rassistische Tendenzen in der Bundeswehr zurückzuführen. Soldaten seien ein «Spiegel der Gesellschaft», sagte der Oldenburger Bischof in Lübeck. Es werde in der Bundeswehr darauf geachtet, dass sich solche Entwicklungen nicht ausbreiten. In Rendsburg war ein Video mit rassistischen Ausbildungsmethoden gedreht worden.

    Militärgeneraldekan Peter Brandt (Bonn) empfahl, den lebenskundlichen Unterricht in der Ausbildung der Soldaten zu stärken. Dies sei auch von der Bundeswehr als Wunsch an die Militärseelsorge herangetragen worden. Im Zentrum stünden Grundbegriffe wie Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit. (nz/epd)

     
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