14. Apr 2007 13:43
Die katholischen Bischöfe sagen Ja zu mehr Krippenplätzen - aber auch zu einer echten Wahlfreiheit für Familien. Zugleich distanzierten sie sich von Äußerungen von Bischof Mixa.
Die katholischen Bischöfe haben sich auf ihrer Frühjahrskonferenz für den Ausbau der Kleinkinderbetreuung in Deutschland ausgesprochen. Zugleich distanzierten sie sich von den umstrittenen familienpolitischen Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa. «Viele Familien sehen sich aus ganz unterschiedlichen Gründen zur Berufstätigkeit beider Elternteile veranlasst», sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Samstag in Mainz: «Daher ist ein Ausbau der Plätze für frühkindliche Betreuung und Erziehung erforderlich.»
Die Kirche sei bereit, an den Ausbauplänen der Bundesregierung mitzuwirken, sobald die strittige Finanzierung geklärt sei. Lehmann mahnte allerdings deutlich, der Staat müsse eine echte Wahlmöglichkeit der Eltern unterstützen und dürfe nicht nur Anreize für ein Betreuungsmodell setzen: «Eine Finanzierung des Ausbaus durch den Abbau anderer familienbezogener Leistungen lehnen wir ab.»
Die erforderlichen Ausgaben für die Schaffung von zusätzlichen Krippen- oder Tagesmütterplätzen dürften nicht aus Mitteln getätigt werden, die derzeit bereits für Entlastung und Förderung von Familien vorgesehen seien: «Hier darf kein Etikettenschwindel betrieben werden.»