Rekruten-Ausbildung gerät erneut ins Zwielicht
Der Vorfall soll sich dem Bericht zufolge im Juli 2006 in der Feldwebel- Schmid-Kaserne im schleswig-holsteinischen Rendsburg ereignet haben. Ein Sprecher des zuständigen Fernmeldebataillons bestätigte dem Magazin den Vorfall. Der verantwortliche Ausbilder sei versetzt worden. Der Sprecher betonte, es handele sich um einen Einzelfall.
Vor einem Gericht in Münster müssen sich derzeit 18 frühere Bundeswehr-Ausbilder wegen Misshandlung Untergebener verantworten. Einer der Angeklagten hatte in dem Prozess vor zwei Wochen zugegeben, einem Rekruten einen Stromschlag versetzt zu haben. Geschehen sei dies während eines Verhörs nach einer simulierten Geiselnahme im Keller der Kaserne in Coesfeld.
Heftige Kritik an der Ausbildung und Menschenführung der Bundeswehr übte Jürgen Rose, Oberstleutnant und Vorstandsmitglied des «Darmstädter Signals», einer Vereinigung kritischer Soldaten. «Diese Skandale sind keine Einzelfälle. Sie passieren in der Bundeswehr zwar nicht alltäglich, aber zumindest alljährlich», sagte Rose dem «Stern». Er sehe eine zunehmende Tendenz, dass die jungen Rekruten in der Grundausbildung für einen archaischen Kampf ausgebildet werden. (dpa/AP)

