Reden statt bomben 13. Apr 2007 16:09, ergänzt 16:45  |  Auf der Suche nach dem Gesprächspartner? Nato-Soldaten in Afghanistan
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Nach Jahren erfolglosen Anti-Terror-Kampfes wird es Zeit für einen Strategiewechsel, meint Tilman Steffen. Gespräche mit den Taliban, wie sie Beck und Koenigs fordern, sind dabei der richtige Weg.
An die täglichen Toten im Irak oder die Attacken in Afghanistan hat sich Europa gewöhnt. Doch die Einschläge kommen näher. Terror in Casablanca, in Algier, Sprengsätze in Madrid und London, Kofferbomben – zum Glück nicht explodiert - in Nordrhein-Westfalen. Das ungebrochene Wirken von Taliban und Al Qaeda zeigt, dass das gewalttätige Netzwerk der Islamisten keinesfalls militärisch auszulöschen ist. Mit perfidem Orts- und Strategiewechsel entziehen sich die Täter weltweit dem Zugriff der US-geführten Anti-Terror-Allianz.
Mit dem Vorstoß, Taliban-Vertreter zu einer Friedenskonferenz einzuladen, haben SPD-Chef Beck oder der UN-Beauftragte Tom Koenigs ein Tabu gebrochen. Nicht mit Extremisten zu sprechen, ist ein altes, scheinbar bewährtes Prinzip westlicher Regierungen. Nun erweist es sich als überholt. Italien brach vor Wochen als erstes aus dem Kartell der Dialogverweigerer aus und verhandelte mit Taliban, um einen verschleppten Staatsbürger freizubekommen. (Und seinen afghanischen Übersetzer schmählich zu vergessen!) Längst ist es Zeit für einen Strategiewechsel: Sprechen statt bomben.
Das ist keine windelweiche Rhetorik, die den Abzug aus dem Irak fordert oder die Akzeptanz der radikalislamischen Hamas, ohne alternative Lösungswege aufzuzeigen. Sondern es ist der Versuch, wieder stärker auf ein Grundprinzip der Demokratie zu setzen. Entwickelte Rechtsstaaten führen keinen Krieg, sie lösen ihre Konflikte am Verhandlungstisch. Da muss man nicht einmal die Bibel bemühen. Dieses Prinzip sollte die bisher schwer armierte Anti-Terror-Allianz endlich mit in ihr Arsenal aufnehmen, den Terror zu beseitigen.
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