Laschet schätzt dies anderes ein. Mixa sei «eine Stimme unter den 27 Mitgliedern der katholischen Bischofskonferenz». Trotz seiner isolierten Position müssten die derzeit tagenden Mitglieder sich nicht von Mixa distanzieren, sagte Laschet. «Wenn die Bistümer weiterhin bei der Kinderbetreuung engagiert bleiben und auch am Ausbau der Plätze für unter Dreijährige mitwirken, ist das überzeugender.» Selbst die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) befürwortet einen Ausbau der Krippenplätze, wie EKD-Ratschef Wolfgang Huber dem Bayerischen Rundfunk bekräftigte. Es gehe um die Ermutigung der Menschen, «zu Familie und Kindern Ja zu sagen».Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) zeigte sich über Mixas Kritik entsetzt. «Ich habe gedacht, der ist jetzt plötzlich durchgedreht.» Er sollte Frauen keine Angst einjagen davor, Kinder in die Welt zu setzen, auch wenn sie sich für Erwerbstätigkeit entscheiden, sagte die Sozialdemokratin.
Unklar war bisher die Finanzierung der Milliardensumme, die für den geplanten Ausbau der Betreuungsplätze aufzubringen ist. Über den geplanten Bundeszuschuss will die Koalition erst nach der nächsten Steuerschätzung im Mai entscheiden. Familienministerin von der Leyen werde deshalb, anders als bisher geplant, auch nicht am Montag an der Koalitionsrunde von Union und SPD im Kanzleramt teilnehmen. Ein Sprecher des Familienministeriums bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen der «Berliner Zeitung».