Muslime machen Schäubles Wünsche wahr
11. Apr 2007 10:49
 |  Viele Gruppen - viele Ansprechpartner. Muslime in Deutschland
| Foto: dpa |
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Muslime machen Ernst mit dem Kontakt zum Staat. Erste Verbände schlossen sich zu einem neuen, zentralen Dachverband zusammen.
Vier muslimische Organisationen in Deutschland haben einen gemeinsamen «Koordinierungsrat der Muslime» (KRM) gegründet. Das bestätigte Rafet Öztürk von der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) am Mittwoch in Köln. Außer der Ditib beteiligt sich noch der Zentralrat der Muslime, der Islamrat und der Verband der islamischen Kulturzentren.
Der Koordinierungsrat solle künftig Ansprechpartner etwa für die Bundesregierung sein und sich um gemeinsame Positionen der vier Organisationen bemühen, die weiter völlig unabhängig blieben, sagte Öztürk. «Wir möchten uns damit auch selbst auf die Probe stellen, ob wir gemeinsame Entscheidungen treffen können oder nicht.»
Verstimmung im Vorfeld
Mit der Gründung erfüllt sich eine länger gehegte Erwartung der Bundesregierung, einen einheitlichen Ansprechpartner bei den Muslimen zu haben. Im Gegensatz zu den Kirchen standen die Muslime immer als relativ ungeordnet da. Die Kirchen etwa vertreten ihre Interessen gegenüber den Staat über die Deutsche Bischofskonferenz oder den Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland.
Mit der im September begonnenen Islamkonferenz hatte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bei den Muslimen solche Zentralisierung einzuleiten versucht, zumindest wollte er den direkten Dialog mit allen repräsentativen Kräften. Damals hatte Schäuble Vertreter von fünf islamischen Spitzenverbänden eingeladen und - als Vertreter des liberalen Islam - ausgewählte Einzelpersonen. Jedoch hatte die Einladungsliste im Vorfeld für Verstimmung gesorgt. (nz/dpa)