03.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Jobsuche im Stellen- Informationssystem
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Passwörter der Arbeitsagentur sind komplex, Zugriff auf die Daten der Jobbörse haben nur die Anbieter selbst. Dennoch fanden sich im Angebot eines Dienstleisters rassistische Bedingungen.
«Nur Bewerber arischer Abstammung» die Leser der Stellenanzeige staunten nicht schlecht. Beim Weitersuchen wurde schnell klar: Insgesamt 20 Jobangebote des brandenburgischen Personaldienstleisters DSS Dienstleistungen enthielten den rassistischen Zusatz.
Wie die «taz» berichtete, hatte noch am Freitag der Geschäftsführer des Unternehmens, Marco Winkel, die Anzeigen eigenhändig auf der Webseite eingestellt - und dabei «nichts verdächtiges bemerkt». Am Wochenende müsse jemand die Anzeigen dann verändert haben, vermutet Winkel: «Unsere Seite wurde gehackt.» Jemand habe im Jobportal der Arbeitsagentur das manipuliert, was er zuvor dort eingestellt hatte. «Um uns zu diffamieren, vielleicht ein Mitbewerber», mutmaßt Winkel.
Die Arbeitsagentur reagierte schnell: Schon am späten Montagvormittag sei der rassistische Zusatz getilgt gewesen, berichtete das Berliner Blatt. Erneute Manipulation kann die Arbeitsagentur aber nicht ausschließen: «In jeder Internet-Jobbörse gibt es Risiken», sagte eine Sprecherin. Dass nicht verschiedene Angebote betroffen gewesen seinen, sondern die einer einzelnen Firma, lasse auf einen gezielten Hacker-Angriff schließen.
Komplexe PasswörterLaut «taz» prüft die Arbeitsagentur die Jobs anbietenden Firmen genau. Einmal akzeptiert, hätten nur die anbietende Firma selbst Zugriff auf die Daten der Stellen nicht einmal die Arbeitsagentur selbst. Dass die Forderung nach einem Ariernachweis ins System gelangte, macht die Agentur ratlos: Normalerweise gebe es nur Probleme mit unseriösen Offerten oder mit werbenden Anzeigen, hieß es. Bis zu 7000 Stellenangebote würden täglich geprüft.
Auch DSS-Geschäftsführer Winkel ist erstaunt. Das System der Arbeitsagentur sei durch komplexe Passwörter geschützt. Die Behörde selbst kennt bisher nur einen einzigen Fall dieser Art: Damals hatte sich ein Entlassener den Zugangscode beschafft, um sich an seinem Chef zu rächen. (nz)