Pauli droht mit Wechsel zum Gegner
03. Apr 2007 13:58, ergänzt 17:46
 |  Pauli - nach Erscheinen der umstrittenen Fotos
| Foto: dpa |
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Gabriele Pauli wollte sich mit ihren Latex-Fotos menschlich präsentieren, sagt sie. Denn in der Politik seien ihr zu viele «einfach gestrickt» und zu unausgegoren.
Nach der Diskussion um erotische Fotos, auf denen sie auch in Latex-Handschuhen zu sehen ist, zeigt sich Gabriele Pauli kämpferisch. Sie sehe keinen Grund, ihre Weiblichkeit zu verstecken, sagte sie dem «Stern». Ihr umstrittener Auftritt in der Zeitschrift «Park Avenue» sei für sie ein Versuch gewesen, sich menschlich zu präsentieren, so die Fürther Landrätin. Sie wolle sich nicht, «wie es bis zum Abwinken üblich ist, hinter der Maske des Politikprofis verstecken».Die Kritik an den Latex-Bildern werfe sie nicht aus der Bahn, im Gegenteil: «Ich ruhe in mir».
Ihre Kritiker hatten das CSU-Vorstandsmitglied nach Erscheinen der Fotos vergangene Woche für politisch tot erklärt. Zuvor hatte die Motorrad fahrende 49-Jährige die Hoffnungen aller Gegner des bayerischen Noch-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf sich konzentriert, der Ende September seine Regierungs- und Parteiämter räumt – ausgelöst durch Paulis Initiative. Nun wolle sie politisch erneut in die Offensive gehen, bekräftigte Pauli im «Stern». Viele, die «oben in der Politik» mitmischt seien «einfach gestrickt», mit ihrem innersten uneins und «unausgegoren». Sie sei für höhere Aufgaben bereit und in der Lage, der CSU neue Impulse zu geben. Auf die Frage, ob sie sich einen Kabinettsposten vorstellen könne, sagte Pauli: «Ja, warum auch nicht?»
Ausgrenzen schadet der Partei
Einzelne CSU-Politiker hatten diese Woche bereits den Parteiausschluss Paulis verlangt, was wiederum andere Landtagsabgeordnete auf Netzeitung.de zurückwiesen. Pauli gab nun zu verstehen, dass sie auch freiwillig gehen würde – allerdings zum politischen Gegner. Für den Fall, dass sie in der CSU weiterhin ausgegrenzt werde, sei es aber denkbar, für die Freien Wähler in den nächsten Wahlkampf zu gehen. Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler, wolle den «Pauli-Faktor» ausnutzen. «Er glaubt, mit mir kämen die Freien Wähler über die Fünf-Prozent-Hürde», so die Landrätin. Aiwanger bestätigte sein Interesse: «Wir hatten ein erweitertes Kennenlerngespräch», sagte er im niederbayerischen Rottenburg. Paulis politische Ansichten seien mit den Freien Wählern kompatibel, es sei allerdings noch eine gewisse Annäherung nötig.
Voraussichtlich werde sie jedoch zunächst für das Amt als Partei-Vize am nächsten Parteitag der CSU im September kandidieren. Pauli warnte die CSU-Führung davor, sie erbarmungslos zu attackieren. «Ich setze darauf, dass die CSU-Oberen mir gegenüber eine Kehrtwende hinkriegen. Sie sollten wissen: Wenn sie mich ausgrenzen, dienen sie der Partei nicht. Sie schaden ihr.» Vorwurf, sie sei auf einem Egotrip, wies Pauli zurück: Kameras und Publicity brauche sie nicht. (nz/AP)