Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Nobelpreis für DDR-Bürgerrechtler gefordert

29. Mrz 2007 07:42, ergänzt 10:17
Teil der Berliner Mauer
Bild vergrößern
Die Linkspartei hält nichts von einer Nominierung von Altkanzler Kohl für den Friedensnobelpreis. Geschäftsführer Bartsch machte im Gespräch mit Netzeitung.de einen anderen Vorschlag.

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, hat sich dafür ausgesprochen, mit dem Friedensnobelpreis die Protagonisten des friedlichen Verlaufs des Mauerfalls 1989 zu würdigen. Wenn schon die Wiedervereinigung als preiswürdig erachtet werde, «dann gebührt der Friedensnobelpreis eher denjenigen, die dafür gesorgt haben, dass die deutsche Vereinigung friedlich verlaufen ist», sagte Bartsch im Gespräch mit Netzeitung.de. «Im Kern sind das sowohl Bürgerrechtler wie Werner Schulz, Gerd Poppe und Bärbel Bohley als auch die damalige Staats- und Parteiführung - vor allem Hans Modrow.»

Mehr in der Netzeitung:
Nichts hält Bartsch dagegen davon, den Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) für den Preis vorzuschlagen. «Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie man auf eine solche Idee kommen kann», kommentierte er den Vorstoß von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

Dieser hatte hatte beim EU-Gipfel am Wochenende in Berlin angekündigt, er werde den Altkanzler noch in dieser Woche in einem Brief an das Nobelpreiskomitee vorschlagen. Er begründete dies mit dem jahrzehntelangen europäischen Engagement Kohls begründet. Der Altkanzler sei nicht nur ein überzeugter Europäer, sondern habe mit seinem Eintreten für die Wiedervereinigung Deutschlands auch maßgeblich zum Frieden für den ganzen europäischen Kontinent beigetragen.

Die Wiedervereinigung war erst mit Fall der Mauer möglich geworden: Unter dem Ansturm von Menschen öffneten sich am 9. November 1989 die Schlagbäume in Berlin. Vorangegangen waren friedliche Demonstrationen und Flüchtlingswellen von DDR-Bürgern über die bereits geöffnete Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Zuvor hatte Politbüro-Mitglied Günter Schabowski vor laufenden Kameras erklärt, dass ab sofort Privatreisen ins «Ausland» (also auch in die Bundesrepublik und nach West-Berlin) ohne Vorliegen von Voraussetzungen wie Reiseanlässen oder Verwandtschaftsverhältnissen beantragt werden könnten.

Hans Modrow prägte die friedliche Revolution der DDR mit. Er hegte Sympathie für den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dessen Kurs der Perestroika in der Sowjetunion. Wenige Tage nach Maueröffnung wurde Modrow zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt. Proteste beherrschten damals das Straßenbild einiger Städte der DDR. Modrow trat in dieser Situation in einen Dialog mit den DDR-Bürgerrechtlern ein.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.