28. Mrz 2007 17:43
Im Prozess um die Misshandlung von Bundeswehr-Rekruten hat einer der angeklagten ehemaligen Ausbilder ein Geständnis abgelegt. Der Richter testete das Folterinstrument an sich selbst.
Der Vorsitzende Richter Manfred Mattonet ließ daraufhin das Gerät im Gerichtssaal aufbauen und testete es an sich selbst. «Das fühlt sich an, wie wenn man in einen Weidezaun greift», sagte der Richter.Vor der 8. Großen Strafkammer des Münsteraner Landgerichts müssen sich der Kompaniechef und 17 Ausbilder des Instandsetzungsbataillons Coesfeld verantworten. Ihnen wird Misshandlung und Entwürdigung von 163 Rekruten bei insgesamt vier simulierten Geiselnahmen im Sommer 2004 vorgeworfen. Dabei sollen die Rekruten nicht nur mit Stromstößen aus einem Feldfernsprecher traktiert worden sein. Laut Anklage wurden sie auch mit Tritten und Schlägen bearbeitet und beschimpft.
In der vorangegangenen Verhandlung hatte bereits ein Angeklagter berichtet, den Rekruten sei außerdem mit einer so genannten Kübelpumpe Wasser in Mund, Nacken und Hose gepumpt worden. Der Richter hatte in diesem Zusammenhang von Folter gesprochen. Die Soldaten selbst hatten einige der Misshandlungen auf «Erinnerungsfotos» festgehalten. Man habe sich durch die vorgesetzten Zugführer ermuntert gefühlt, einige Rekruten «härter ranzunehmen», hatte ein Angeklagter erzählt. (AP)