Kurnaz war im Herbst 2001 nach Pakistan geflogen und dort festgenommen worden. Über seine Beweggründe, kurz nach den Anschlägen auf die USA in den afghanischen Nachbarstaat zu reisen, gibt es widersprüchliche Angaben. Er selbst sagte im BND-Ausschuss aus, er habe seinen islamischen Glauben näher kennen lernen wollen. Die Polizei in Bremen hatte den Verdacht, dass der damals 20-Jährige sich zum Kämpfer gegen US-Soldaten ausbilden lassen wollte. Kurnaz wurde nach eigenen Angaben bei einer Routinekontrolle von Polizisten aufgegriffen.Er wurde zunächst US-Soldaten in Afghanistan übergeben und dann ins US-Gefangenenlager Guantánamo gebracht. Dort saß er ohne Prozess viereinhalb Jahre. Ihm wurde nie eine Straftat nachgewiesen. Der SPD- Obmann im BND-Ausschuss, Thomas Oppermann, sagt dazu: «Unschuldig heißt nicht ungefährlich.»
Auf Druck des Bundesinnenministeriums wurde Kurnaz' dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für erloschen erklärt, weil er länger als sechs Monate nicht in Deutschland war. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass er gefangen gehalten wurde und auch keinen Kontakt zu seiner Familie in Deutschland aufnehmen durfte. Im November 2005 hob die Bremer Justiz diese Entscheidung auf. Im Dezember des Jahres wandte sich Kurnaz' Anwalt an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), was nach dessen Angaben für den jungen Mann der Wendepunkt war. Im August 2006 wurde Kurnaz freigelassen. (nz/dpa/AP)