Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

SPD uneins über Tempolimit

19. Mrz 2007 20:37
Kurt Beck
Bild vergrößern
Innerhalb der SPD sorgt die Diskussion um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen für Differenzen. Gabriel und Tiefensee stellen sich gegen SPD-Chef Beck.

SPD-Chef Kurt Beck hat sich offen für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gezeigt und ist damit auf Widerstand in der eigenen Partei gestoßen. «Für ein Tempolimit bin ich offen, wenn es eingebettet ist in ein Gesamtkonzept», sagte Beck am Montag der «Bild». «Dazu gehört vor allem ein niedrigerer Spritverbrauch.» Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) lehnten eine Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch ab. Gabriel hält die Debatte für verfehlt. Die Grünen und der Naturschutzverband Nabu kritisierten indes den G8-Umweltgipfel in Potsdam als unverbindlich.

Mehr in der Netzeitung:
«Unsere Aufgabe ist die Umstellung der Energiebasis der Industrieländer, nicht das Aufstellen von Verkehrsschildern», sagte Gabriel der «Wirtschaftswoche». «Einschränkungen wie ein autofreies Wochenende oder ein Tempolimit verniedlichen das Problem.» Wenn in Schwellenländern künftig anteilsmäßig so viele Menschen Auto führen wie in Deutschland, brauchten sie andere Motoren und Kraftstoffe. «Sonst geht die Welt auch bei Tempo 130 unter.» Zuvor hatten der UN-Umweltdirektor Achim Steiner und EU-Umweltkommissar Stavros Dimas Deutschland dazu aufgefordert, ein Tempolimit einzurichten.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte: «Ein Tempolimit ist gut fürs Klima, ohne jeden Zweifel.» Es sorge auch für mehr Sicherheit und schaffe Anreize für die Automobilindustrie, Energie sparende Autos mit einem geringeren Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) zu bauen. Tiefensee hält ein Tempolimit für unnötig. Der Beitrag zum Klimaschutz sei gering. Die Autofahrer könnten nur auf zwei bis drei Prozent des Straßennetzes schneller als 100 Kilometer pro Stunde fahren.

Die Grünen-Vorsitzende kritisierte die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz der Umweltminister der führenden Industriestaaten und Russlands. Dies sei ein «Treffen der Unverbindlichkeit» gewesen, sagte Roth. Nötig seien aber konkrete Beschlüsse. Der NABU mahnte ein klares Konzept für den Klimaschutz an. Die Bundesregierung müsse sich ohne Bedingungen dazu verpflichten, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Die USA hatten auf dem Treffen der G8-Umweltminister klargestellt, sie wollten weder an einem «Interessenausgleich» der Industrie- für die Entwicklungsländer zum Klimaschutz noch am weltweiten CO2-Emissionshandel teilnehmen. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.