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Die Kartoffel und andere polnische Erregungen

15. Mrz 2007 19:18
Wellen schlug der Vergleich von Polens Präsident Lech Kaczynski mit einer Kartoffel
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Im deutsch-polnischen Verhältnis hat es immer wieder Irritationen gegeben. Netzeitung.de gibt einen Überblick.

Das deutsch-polnische Verhältnis gilt seit ein paar Jahren auf Regierungsebene immer wieder als gestört. Einige Anlässe:

ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN

Seit mehr als sechs Jahren löst in Polen ein vom Bund der Vertriebenen in Berlin geplantes Dokumentationszentrum Befürchtungen aus. Dabei soll auch an deutsche Opfer von Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen erinnert werden. Polens Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski sagte dazu, die Deutschen wollten offenbar verwischen, wer im Zweiten Weltkrieg «Henker war und wer Opfer». Der Präsident des polnischen Parlaments, Marek Jurek, stößt sich am Wort «Vertreibung». Der Begriff habe ein «Potenzial der Abneigung gegen Polen» und werfe ein «falsches Geschichtsbild» auf.

EIGENTUMSANSPRÜCHE

Auch die Ansprüche einst enteigneter Deutscher aus den früheren Ostgebieten sorgen für Ängste in Polen. Seit 2000 vertritt die «Preußische Treuhand» Forderungen nach individueller Rückgabe des aus ihrer Sicht «völkerrechtswidrig konfiszierten Eigentums». Die private Firma will die Rückendeckung Berlins vor dem Straßburger Tribunal für Menschenrechte einklagen.

OSTSEE-PIPELINE

Die 2005 zwischen dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Russlands Präsident Wladimir Putin vereinbarte Gasleitung soll an Polen vorbei durch die Ostsee verlaufen. Russland könne den dann abgehängten Polen die Energiepreise diktieren, befürchtet man in Polen.

SATIRE

Wellen schlug im Sommer 2006 der Vergleich von Polens Präsident Lech Kaczynski mit einer Kartoffel. Der Staatschef war über den «beleidigenden Text» in der Berliner «Tageszeitung» verärgert. Ein Spitzentreffen des «Weimarer Dreiecks» mit Deutschland und Frankreich sagte er kurzfristig ab - offiziell, weil er krank war. Empörung hatte im September 2003 auch ein polnisches Titelblatt ausgelöst, das die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, in SS-Uniform auf den Schultern des damaligen Kanzlers Schröder zeigte. Als die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zwei Wochen in einem polnischen Wochenblatt mit Hitler-Bärtchen dargestellt wurden, ignorierten die Politiker dies weitgehend. (dpa)

 
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