15. Mrz 2007 08:16
Die Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland soll so hoch sein wie seit Jahren nicht mehr. Das Bundeskriminalamt empfiehlt der Regierung offenbar, die Gefährdungsstufe heraufzusetzen.
Nach den Internet-Drohungen gegen Deutschland sieht das Bundeskriminalamt (BKA) die Terrorgefahr in Deutschland so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Das berichtete die «Financial Times Deutschland» am Donnerstag ohne Angabe von Quellen. Die Behörde empfehle der Bundesregierung, die Gefährdungseinschätzung für Deutschland heraufzusetzen. Das am Wochenende im Internet aufgetauchte Drohvideo müsse nach Auffassung der BKA- Experten als konkrete Warnung des Terrornetzwerks Al Qaeda an Deutschland aufgefasst werden. Tatsächliche Anschlagspläne von Islamisten seien dem BKA allerdings nicht bekannt. Eine BKA-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Sie verwies stattdessen auf das Bundesinnenministerium. Aber auch ein Ministeriumssprecher wollte sich nicht äußern.
Die Zeitung schrieb, aus Sicht des BKA habe sich der Gefährdungsabstand zu den USA, Großbritannien und Israel drastisch verringert. Auch vor dem verheerenden Attentat in Madrid vor rund drei Jahren habe es eine Drohung gegen Spanien gegeben.
In einem von zwei am Wochenende veröffentlichten Videos hatten Islamisten in einem «Stimme des Kalifats Kanal» genannten Internetforum den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert und anderenfalls mit Anschlägen gedroht. Auch die Geiselnehmer zweier Deutscher im Irak hatten in einem anderen Video einen deutschen Abzug aus Afghanistan verlangt. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte daraufhin am Montag, die Video-Botschaften würden ernst genommen. Aber die Experten gingen lediglich von einer «erhöhten abstrakten Gefährdung» aus. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte ergänzt, die Bundesrepublik sei nicht erst seit gestern Teil eines weltweiten Gefährdungsraumes. Die Regierung sei darauf eingestellt. (dpa)