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Breite Mehrheit für Alkoholverbot bis 18 Jahre

14. Mrz 2007 18:40
Fünf Gläschen nur - oder doch mehr?
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Wo so viel Zustimmung in der Bevölkerung ist, ist der Ruf nach weitergehenden Verboten nicht fern: Angebote fürs Koma-Trinken sollen als unlautere Werbung deklariert werden.

Eine überwältigende Mehrheit der Europäer befürwortet ein striktes Alkoholverbot für Jugendliche. Bei einer am Mittwoch veröffentlichten Eurobarometer- Umfrage im Auftrag der EU- Kommission sprachen sich 87 Prozent der EU-Bürger und 88 Prozent der Deutschen dafür aus, Jugendlichen unter 18 Jahren keinen Alkohol zu verkaufen.

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Unterdessen forderten die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Bärbel Höhn, und Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) ein Verbot so genannter Flatrate-Saufpartys. «Die Tatsache, dass man sich für einen bestimmten Preis ins Koma trinken kann, können wir nicht dulden», sagte Höhn der dpa in Berlin. «Man kann das rechtlich unter unlautere Werbung fassen.»

Stewens sagte, die verbilligte oder unbegrenzte Abgabe von alkoholischen Getränken stehe im völligen Gegensatz zu den Zielen des Jugendschutzes und der Suchtprävention. «Dass Alkoholexzesse gerade bei Jugendfesten und in Discotheken keine Seltenheit sind, liegt auch an derartigen Werbeaktionen.» Beim «Flatrate»- oder «All-inclusive»- Trinken können Gäste zu einem Pauschalpreis so viel Alkohol bekommen, wie sie wollen.

Warnhinweise verlangt

Die Münchener Ministerin verwies auch auf das Gaststättenrecht, das nicht erlaube, alkoholische Getränke an erkennbar Betrunkene zu verabreichen. Der Begriff «erkennbar Betrunkene» müsse dabei unter dem Aspekt des Jugendschutzes weit ausgelegt werden, forderte Stewens. «Bei jungen Menschen ist der Alkoholkonsum zu hoch», kritisierte sie. Fast die Hälfte der Jugendlichen praktizierten mindestens einmal im Monat das so genannte «Binge drinking». Dabei müssen - der Definition nach - mindestens fünf alkoholische Getränke in Folge konsumiert werden.

Nach der von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Umfrage befürworten fast acht von zehn Europäern, Warnhinweise auf Alkoholflaschen und Anzeigen anzubringen. Um besonders Schwangere und Autofahrer zu warnen, sprechen sich auch 69 Prozent der Deutschen für diese Hinweise aus. Die Europäische Kommission plant jedoch keine gesetzliche Einführung solcher Warnhinweise. In der EU sterben pro Jahr schätzungsweise 195.000 Menschen an Alkoholmissbrauch.

Iren, Briten, Skandinavier

In den vergangenen Tagen hatten etliche Politiker ein Alkoholverbot für Jugendliche gefordert, um dem so genannten Koma- Trinken einen Riegel vorzuschieben. Junge Europäer trinken sich laut der Umfrage häufiger in einen Rauschzustand als Ältere. So betrinkt sich fast jeder Fünfte zwischen 15 und 24 Jahren bei Gelegenheiten. Nach üblicher Definition entspricht das bei Männern fünf oder mehr Gläsern alkoholischer Getränke. In der Gruppe der 25- bis 39-Jährigen nehmen 14 Prozent solche Mengen zu sich. Bei den bis 54-Jährigen sind es acht Prozent und bei den noch Älteren vier Prozent. Insgesamt trinkt jeder zehnte Europäer fünf oder mehr Gläser Wein, Bier oder Spirituosen hintereinander.

Dabei gibt es unter den rund 28.500 Befragten große nationale Unterschiede. Bis zur Besinnungslosigkeit betrinken sich bei Gelegenheit rund 34 Prozent der Iren, 27 Prozent der Finnen, 24 Prozent der Briten und 23 Prozent der Dänen. Doch nur fünf Prozent der Deutschen hören erst irgendwann nach dem fünften Glas auf, wenn sie zu alkoholischen Getränken greifen. Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen damit mit den Spaniern, Luxemburgern und Slowaken auf den hinteren Plätzen.

Laut Umfrage trinken mehr Männer als Frauen Alkohol, wobei die Männer auch größere Mengen als Frauen konsumieren. Von allen Befragten gaben 84 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen an, im vergangenen Jahr Alkohol getrunken zu haben. Zwei Drittel der Europäer und 71 Prozent der Deutschen haben im vergangenen Monat Bier, Wein oder Spirituosen getrunken. (dpa)

 
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