14. Mrz 2007 12:24
In Deutschland entscheiden sich immer mehr Frauen bei einer Schwangerschaft für das Kind. Die Zahl der Abtreibungen - auch bei Teenagern - ging in 2006 weiter zurück.
In Deutschland ist die Zahl der Abtreibungen im vergangenen Jahr erneut gesunken. 2006 brachen knapp 120.000 Frauen ihre Schwangerschaft ab und damit 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.Knapp drei Viertel der Frauen, die sich 2006 gegen die Fortsetzung ihrer Schwangerschaft entschieden, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. Die Anzahl der Abbrüche von Teenager-Schwangerschaften sank weiter. Der Anteil lag im vergangenen Jahr bei 5,5 Prozents. Gut sieben Prozent der Frauen waren mindestens 40 Jahre alt. Bei fast 41 Prozent aller Abtreibungen wäre es das erste Kind der betreffenden Frau gewesen.
Mehr als 97 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische Gründe oder Vergewaltigungen waren in weniger als drei Prozent die Begründung. Die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung und Sexualberatung Pro Familia erklärte, nirgends seien Schwangerschaftsabbrüche so selten wie in Deutschland und den Niederlanden. In beiden Ländern werde die Aufklärung über Sexualität und Verhütung unterstützt, und es werde Frauen ein sichere Abtreibung ermöglicht. «Der Zugang zum sicheren Schwangerschaftsabbruch für alle Frauen führt also nicht, wie häufig von Abtreibungsgegnern behauptet wird, zu einem Anstieg sondern im Gegenteil zu niedrigen Zahlen», betonte Pro Familie. (dpa)