13. Mrz 2007 11:11
FDP und Grüne haben sich empört über die Nachverhandlungen zum Bleiberecht für geduldete Ausländer gezeigt. Etliche Vereinbarungen seien «überhaupt nicht nachvollziehbar».
Leutheusser-Schnarrenberger spart nicht mit scharfen Worten: Es sei «überhaupt nicht nachvollziehbar», dass das Nachzugsalter für Familienangehörige auf 18 heraufgesetzt werden soll. «Das hat mit Zwangsheiraten überhaupt nichts zu tun», sagte die frühere Bundes- Justizministerin. Mit der Altersgrenze will die Koalition verhindern, dass Frauen im Ausland geheiratet und dann nach Deutschland geholt werden. Schlichtweg «skandalös» sei zudem, dass junge Menschen wohl ab dem 23. Lebensjahr erst eine Arbeit nachweisen müssten, um eingebürgert werden zu können. Als ebenfalls «skandalös und ungeheuerlich» bezeichnete die FDP-Politikerin die geplante erleichterte Abschiebung straffälliger ausländischer Jugendlicher.Ähnlich empört zeigte sich die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth. Nach einem «Wettlauf der Schäbigkeit» sei bei den Bleiberechts- Verhandlungen «ein absolutes Trauerspiel» herausgekommen, sagte sie am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Die Verschärfungen etwa beim Familiennachzug und der Einbürgerung stellten «drastische Rückschritte» dar.
Diese Verschärfungen seien Hardlinern wie dem bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, seinem Innenminister Günther Beckstein, dem niedersächsischen CDU-Innenminister Uwe Schünemann zu verdanken, «aber auch einer halbherzigen, schwachen SPD». Vom Bleiberecht profitierten bestenfalls «Menschen, die verwertbar sind aus ökonomischen Gründen», so Roth, wer wirklich Schutz und Unterstützung brauche, bekomme keine Hilfe.