netzeitung.deBND-Affäre: «Focus» setzt Kündigung durch

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Sitz des Bundesnachrichtendienstes (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Ein im Zuge der BND-Affäre entlassener «Focus»-Journalist hat die Klage gegen seine Kündigung zurückgezogen. Er beharrt jedoch darauf, keine Kollegen bespitzelt zu haben.

Ein Jahr nach der BND-Affäre um die Bespitzelung von Journalisten hat sich das Nachrichtenmagazin «Focus» mit der Kündigung eines früheren Mitarbeiters durchgesetzt.

Wie das Nachrichtenmagazin am Freitag mitteilte, nahm der betroffene Journalist in der Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht München auf Anraten der Kammer seine Klage gegen die Kündigung zurück.

Zuvor habe er einräumen müssen, auch während seiner Zeit als «Focus»-Mitarbeiter für den BND im Einsatz gewesen zu sein. Der betroffene Journalist wies jedoch Vorwürfe des «Focus»-Herausgebers Helmut Markwort zurück, er habe ihn und die Redaktion getäuscht und sei ein «BND-Agent».
Das Magazin habe ihn damals vor allem wegen seiner Verbindungen zu den Sicherheitskreisen engagiert.

Die Kündigung vom November 2004 war laut dem Journalisten eineinhalb Jahre vor der BND-Affäre aus völlig anderen Gründen erfolgt, und er habe in erster Instanz 2005 beim Landgericht München mit seiner Klage gegen die Vertragsauflösung Recht bekommen. Erst danach habe «Focus» die BND-Vorwürfe als Kündigungsgrund nachgeschoben.

«Absoluter Ausnahmefall»
Der Journalist betonte, dass er seine Mitarbeit für den BND bereits eingestellt hatte, als er bei dem Magazin anfing. Danach sei er lediglich noch einmal in einem «absoluten Ausnahmefall» für den BND tätig gewesen. Seine frühere Geheimdienstarbeit werde jedoch in einen völlig falschen Zusammenhang gerückt: «Ich habe nie Journalisten bespitzelt - weder für den BND oder irgendjemand anderen.»

Im vergangenen Jahr hatte ein Bericht des als Sonderermittler eingesetzten ehemaligen Bundesrichters Gerhard Schäfer Vorwürfe bestätigt, wonach der BND teils jahrelang rechtswidrig Journalisten bespitzelt und Reporter als Agenten eingesetzt hatte. Auch «Focus» war dabei Ziel von BND-Aktionen. (AP)