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Unions-Politiker klagen gegen Tornado-Einsatz

09. Mrz 2007 14:31, ergänzt 19:13
Tornado der Bundeswehr
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Politiker von CDU und CSU wollen die Entsendung deutscher Tornado-Jets nach Afghanistan mit Hilfe des obersten deutschen Gerichts verhindern. Verteidigungsminister Jung erwartet aber keine Konsequenzen für den Einsatz.

Unmittelbar nach dem Bundestagsbeschluss zum Tornado-Einsatz in Afghanistan haben zwei Unionsabgeordnete dagegen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht. Im Wege der Organklage wollten sie die Entsendung der Aufklärungsflugzeuge verhindern, sagte die Parlamentarier Willy Wimmer (CDU) und Peter Gauweiler (CSU) am Freitag in Berlin.

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Die von den Jets im Rahmen des Isaf-Einsatzes gesammelten Daten würden an die kriegerische «Operation Enduring Freedom» (OEF) weiter geleitet. Für die OEF unter Führung der USA gebe es aber kein Mandat der Vereinten Nationen. Die in Afghanistan und im Irak angewandte US-Doktrin der Präventivkriege sei überdies selbst völkerrechtswidrig. Der Einsatz von Bundeswehr-Tornados bedeutet dann auch «notwendigerweise die Teilnahme Deutschlands an völkerrechtswidrigen und vom Nato-Vertrag nicht gedeckten Militäraktionen».

Der Staatsrechtler Ulrich Battis, Professor an der Berliner Humboldt-Universität, sieht das Vorhaben der beiden Unions-Politiker skeptisch. «Die Abgeordneten müssen geltend machen, dass sie in ihren Rechten beeinträchtigt worden sind», sagte er der «Mitteldeutschen Zeitung». Sonst sei ein Erfolg unwahrscheinlich: «Ich halte von einer solchen Klage nichts.»

Zuvor hatte das Parlament mit großer Mehrheit der Entsendung von Tornado-Flugzeugen nach Afghanistan zugestimmt. 405 von 573 Abgeordneten votierten dafür, 157 dagegen, 11 enthielten sich der Stimme. Sechs bis acht Maschinen vom Typ «Recce» sollen in der Krisenregion zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden.

Laut einer Umfrage sind 69 Prozent der Bundesbürger gegen den Einsatz. Der SPD-Abgeordnete Gert Weisskirchen sagte dazu: «Wir müssen manchmal Entscheidungen treffen gegen die Stimmung.»

Jung: Tornados Mitte April einsatzbereit

Die Bundeswehr ist zurzeit mit mehr als 2900 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Deutschland ist damit der drittgrößte Truppensteller im Rahmen der Isaf-Mission zur militärischen Absicherung des Wiederaufbaus in Afghanistan. Die Bundeswehr trägt die Verantwortung für den gesamten Norden des Landes.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte am Rande einer Veranstaltung in Wiesbaden, er erwarte nicht, dass die Klage unmittelbare Auswirkungen haben werde. Die Bundeswehr werde mit den Tornados am 15. April einsatzbereit in Afghanistan sein. Den Vorwurf, es handele sich um einen völkerrechtswidrigen Einsatz, bezeichnete Jung als völlig abwegig: Das Vorgehen der Abgeordneten sei neben der Sache.

Laut dem Verteidigungsministerium verfügen die Tornados über eine in der Nato einmalige Aufklärungstechnik, die dazu beitragen könne, den Schaden für die Zivilbevölkerung bei Angriffen zu verringern. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden (CDU) rechnet mit weiteren Forderungen der Verteidigungsallianz, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan abermals auszudehnen. (nz/dpa/AP)

 
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